Nach neuen Meeren

Friedrich Nietzsche

1887

Dorthin - will ich; und ich traue Mir fortan und meinem Griff. Offen liegt das Meer, in′s Blaue Treibt mein Genueser Schiff.

Alles glänzt neu und neuer, Mittag schläft auf Raum und Zeit -:

Nur dein Auge - ungeheuer

Blickt mich′s an, Unendlichkeit!

Der du mit dem Flammenspeere Meiner Seele Eis zerteilt, Daß sie brausend nun zum Meere Ihrer höchsten Hoffnung eilt. Heller stets und stets gesunder, Frei im liebevollsten Muss - Also preist sie deine Wunder, Schönster Januarius!

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Illustration zu Nach neuen Meeren

Interpretation

Das Gedicht "Nach neuen Meeren" von Friedrich Nietzsche beschreibt die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach neuen Horizonten und unbekannten Gewässern. Es beginnt mit einem starken Willen, sich auf eine Reise zu begeben, symbolisiert durch das Schiff, das ins offene Meer hinaussteuert. Die Reise steht für einen Aufbruch ins Unbekannte, eine Suche nach Neuem und Unentdecktem. Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich der Blick des lyrischen Ichs auf die Unendlichkeit, die es mit einem einzigen Auge ansieht. Diese Unendlichkeit wird als gewaltig und überwältigend beschrieben. Das lyrische Ich fühlt sich von dieser Unendlichkeit angezogen und von ihr inspiriert. Es preist die Wunder dieser Unendlichkeit und bezeichnet sie als den "Schönsten Januarius". Das Gedicht endet mit einer Beschreibung der Reise selbst. Die Seele des lyrischen Ichs, von der Unendlichkeit entflammt, eilt nun mit höchster Hoffnung dem Meer entgegen. Sie wird als immer heller und gesünder beschrieben, frei in einer liebevollen Notwendigkeit. Dies deutet darauf hin, dass die Reise, obwohl sie mit Unsicherheiten und Herausforderungen verbunden ist, auch eine Quelle der Inspiration und des Wachstums für das lyrische Ich darstellt.

Schlüsselwörter

stets dorthin will traue fortan griff offen liegt

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Stilmittel

Alliteration
Heller stets und stets gesunder
Hyperbel
Nur dein Auge - ungeheuer Blickt mich's an, Unendlichkeit!
Metapher
Sie brausend nun zum Meere Ihrer höchsten Hoffnung eilt
Personifikation
Mittag schläft auf Raum und Zeit