Nach dem Gewitter
1883Der Blitz hat mich getroffen. Mein stählerner, linker Manschettenknopf ist weggeschmolzen, und in meinem Kopf summt es, als wäre ich besoffen.
Der Doktor Berninger äußerte sich darüber sehr ungezogen: Das mit dem Summen wär′ typisch für mich, das mit Blitz wär′ erlogen.
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Interpretation
Das Gedicht "Nach dem Gewitter" von Joachim Ringelnatz handelt von einer humorvollen und absurden Begegnung zwischen dem lyrischen Ich und einem Doktor namens Berninger nach einem Gewitter. Das Gedicht besteht aus zwei Strophen mit jeweils vier Versen und einem regelmäßigen Reimschema (AABB). Im ersten Vers wird deutlich, dass das lyrische Ich vom Blitz getroffen wurde, was zu einer schockierenden Veränderung führt. Der linke Manschettenknopf ist geschmolzen, was auf die enorme Hitze des Blitzes hindeutet. Das Summen im Kopf des lyrischen Ichs wird mit dem Gefühl verglichen, betrunken zu sein, was auf eine Verwirrung oder Desorientierung hinweist. Die zweite Strophe bringt den Arzt Berninger ins Spiel, der auf das Erlebnis des lyrischen Ichs mit Ungezogenheit reagiert. Er behauptet, dass das Summen im Kopf typisch für das lyrische Ich sei und dass die Blitzgeschichte erlogen sei. Dies deutet darauf hin, dass der Arzt das Erlebnis des lyrischen Ichs als Ausrede oder Lüge abtut. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine humorvolle und absurde Atmosphäre, in der das Erlebnis des Blitzschlags als Grund für das merkwürdige Verhalten des lyrischen Ichs dient. Die Ironie liegt darin, dass der Arzt das Erlebnis als Lüge abtut, obwohl es tatsächlich passiert ist. Das Gedicht spielt mit der Idee, dass das Unerwartete und Absurde im Leben oft als Ausrede oder Erklärung für ungewöhnliches Verhalten herangezogen wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- hyperbel
- Mein stählerner, linker Manschettenknopf ist weggeschmolzen
- ironie
- Der Doktor Berninger äußerte sich darüber sehr ungezogen
- metapher
- Der Blitz hat mich getroffen.
- vergleich
- und in meinem Kopf summt es, als wäre ich besoffen