Nach dem Französischen
1800Holdes Mädchen! unser Leben War ein frohes Hirtenspiel: Kränze durften wir uns geben, Küsse, wenn es uns gefiel.
Heerde, Stab und Fest und Freude, Lieb und Kränze sind dahin! Dennoch reden Flur und Weide Mir von meiner Schäferinn.
Engel oder Liebesgötter Mahlen dein getreues Bild Auf die kleinsten Rosenblätter: Alles ist von dir erfüllt.
Deinen Athem haucht die Nelke, Wenn ihr Balsamduft sich hebt: Du erscheinst mir im Gewölke, Das am blauen Himmel schwebt.
Welch ein Lispeln auf den Höhen! Welch ein Säuseln um den Fluß! O ich fühl′ im sanften Wehen, O ich fühle deinen Kuß.
Unter lockenden Schalmeyen, In der Nachtigall Gesang, Im Geflüster junger Meyen Hör′ ich deiner Stimme Klang.
Ja! du rufst mich aus der Ferne, Rauschest mir im finstern Hain, Blickst herab von jenem Sterne, Lachst mich an im Mondenschein;
Kommst in nahenden Gewittern; Denn es gleicht ihr banger Zug Jenem Schweigen, jenem Zittern, Als mein Herz an deinem schlug.
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Interpretation
Das Gedicht "Nach dem Französischen" von Johann Georg Jacobi ist ein lyrisches Werk, das die tiefe Sehnsucht und die anhaltende Liebe des lyrischen Ichs zu einer vergangenen Geliebten ausdrückt. Die Stimmung ist von Nostalgie und einer unerfüllten Sehnsucht geprägt, die sich durch die gesamte Dichtung zieht. Die Sprache ist romantisch und voller Metaphern, die die Natur als Spiegel der inneren Gefühle des Sprechers nutzen. Im ersten Abschnitt des Gedichts erinnert sich das lyrische Ich an eine Zeit der Unschuld und Freude, als das Leben wie ein "frohes Hirtenspiel" war. Die Erwähnung von "Kränzen" und "Küssen" symbolisiert die sorglose und leidenschaftliche Natur der vergangenen Beziehung. Doch diese Zeit ist vorbei, und das lyrische Ich befindet sich in einem Zustand der Sehnsucht und des Verlusts. Die folgenden Strophen verdeutlichen, wie die Natur das lyrische Ich an die verlorene Liebe erinnert. Die "Schäferinn" ist allgegenwärtig, sei es in den Rosenblättern, dem Duft der Nelke oder den Wolken am Himmel. Diese Naturbilder dienen als ständige Erinnerung an die Geliebte und ihre Präsenz im Leben des Sprechers. Die Natur wird als Medium genutzt, durch das die Liebe und die Erinnerung an die Geliebte weiterleben. Im letzten Teil des Gedichts wird die Intensität der Sehnsucht noch verstärkt. Das lyrische Ich fühlt die Anwesenheit der Geliebten in jedem Aspekt der Natur, von den "Schalmeyen" bis zum Gesang der Nachtigall. Die Erwähnung des "Mondenscheins" und der "Gewitter" unterstreicht die tiefe emotionale Verbindung und die Unruhe, die das Herz des Sprechers erfüllt. Das Gedicht endet mit einem Vergleich der stürmischen Natur mit dem "Schweigen" und "Zittern" des Herzens, als es an das Herz der Geliebten schlug, was die anhaltende und unersättliche Sehnsucht des lyrischen Ichs nach der verlorenen Liebe symbolisiert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Holdes Mädchen! unser Leben War ein frohes Hirtenspiel: Kränze durften wir uns geben, Küsse, wenn es uns gefiel. Heerde, Stab und Fest und Freude, Lieb und Kränze sind dahin! Dennoch reden Flur und Weide Mir von meiner Schäferinn.
- Metapher
- Holdes Mädchen! unser Leben War ein frohes Hirtenspiel
- Personifikation
- Dennoch reden Flur und Weide Mir von meiner Schäferinn.
- Vergleich
- Denn es gleicht ihr banger Zug Jenem Schweigen, jenem Zittern, Als mein Herz an deinem schlug.