Mutterliebe
1907Ich bin so schwach, ich bin so matt, Seit man aus mir genommen hat Mein Kindlein, das süße, das runde Mit dem wunderlieblichen Munde, Den Bäcklein so rosig, den Äuglein voll Glanz, Darin sich die Welt mir spiegelt ganz!
Mein Kindlein, ich lieb′ es so innig, so wahr! Denn ′s ist eine Perle, ganz echt, ganz rar! Und leid′ ich nun auch die gleichen Qualen Wie die Auster, der man aus den Muschelschalen Entnommen die Perle, so mag ich denn sterben, Stolz: meine Perle der Welt zu vererben!
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Interpretation
Das Gedicht "Mutterliebe" von Sidonie Grünwald-Zerkowitz handelt von der tiefen emotionalen Verbindung einer Mutter zu ihrem Kind und dem damit verbundenen Schmerz, der durch die Trennung entsteht. Die Sprecherin beschreibt ihre körperliche und seelische Erschöpfung nach der Geburt, wobei sie das Kind als "wunderlieblichen Mund", "rosiges Bäcklein" und "glänzende Äuglein" charakterisiert. Die Welt spiegelt sich in den Augen des Kindes, was die tiefe Verbundenheit und das Gefühl der Vollständigkeit verdeutlicht, das die Mutter durch das Kind erfährt. Die Metapher der Perle wird verwendet, um die Einzigartigkeit und den Wert des Kindes zu betonen. Die Mutter vergleicht sich selbst mit einer Auster, die Schmerzen erträgt, um eine Perle zu gebären. Der Schmerz der Geburt wird als notwendiges Übel dargestellt, das letztendlich zu einem wertvollen Geschenk führt. Das Gedicht endet mit der Bereitschaft der Mutter, für ihr Kind zu sterben. Die Metapher der Perle wird erneut aufgegriffen, wobei die Mutter stolz darauf ist, ihre "Perle" der Welt zu vererben. Dies unterstreicht die bedingungslose Liebe und das selbstlose Opferbereitschaft einer Mutter für ihr Kind.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Ich bin so schwach, ich bin so matt
- Metapher
- Mein Kindlein, das süße, das runde
- Personifikation
- Darin sich die Welt mir spiegelt ganz
- Symbolik
- meine Perle der Welt zu vererben
- Vergleich
- Wie die Auster, der man aus den Muschelschalen Entnommen die Perle