Mut
1827Fliegt der Schnee mir ins Gesicht, Schüttl′ ich ihn herunter. Wenn mein Herz im Busen spricht, Sing′ ich hell und munter.
Höre nicht, was es mir sagt, Habe keine Ohren; Fühle nicht, was es mir klagt, Klagen ist für Toren.
Lustig in die Welt hinein Gegen Wind und Wetter! Will kein Gott auf Erden sein, Sind wir selber Götter!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Mut" von Wilhelm Müller handelt von einer trotzig optimistischen Haltung gegenüber den Widrigkeiten des Lebens. Der Sprecher lässt sich durch äußere Umstände wie den Schnee im Gesicht nicht entmutigen, sondern schüttelt ihn ab und singt munter. Er ignoriert die Klagen seines Herzens und verbannt Trauer als etwas für Narren. Stattdessen geht er lustig in die Welt hinaus, unabhängig von Wind und Wetter. Das Gedicht vermittelt eine kraftvolle Botschaft von Selbstbestimmung und innerer Stärke. Der Sprecher behauptet, dass er kein Gott auf Erden sein will, aber stattdessen selbst zum Gott wird. Dies kann als Ausdruck von Autonomie und Selbstermächtigung interpretiert werden. Der Sprecher übernimmt die Kontrolle über sein Leben und lässt sich nicht von äußeren Faktoren oder inneren Zweifeln beeinflussen. Die Sprache des Gedichts ist direkt und kraftvoll, mit kurzen, prägnanten Sätzen, die die Entschlossenheit des Sprechers unterstreichen. Die Wiederholung von "ich" betont die Selbstbezogenheit und den Fokus auf die eigene Handlungsfähigkeit. Die Verwendung von Reimen und einem regelmäßigen Rhythmus verleiht dem Gedicht eine musikalische Qualität, die die optimistische Stimmung verstärkt. Insgesamt ist "Mut" ein inspirierendes Gedicht, das dazu ermutigt, sich den Herausforderungen des Lebens mit Mut und Entschlossenheit zu stellen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Fliegt der Schnee mir ins Gesicht, Schüttl′ ich ihn herunter.
- Hyperbel
- Lustig in die Welt hinein Gegen Wind und Wetter!
- Ironie
- Will kein Gott auf Erden sein, Sind wir selber Götter!
- Metapher
- Wenn mein Herz im Busen spricht
- Wiederholung
- Höre nicht, was es mir sagt, Habe keine Ohren; Fühle nicht, was es mir klagt, Klagen ist für Toren.