Musik des Kämpfers
1901Von Stern zu Stern Wie an schwankenden Ringen Sausen wir durch die Welt.
Vom Dunkel zur Freundschaft, Von Freundschaft zur schaffenden Einsamkeit schwingen Wir uns durch die Erde.
Aber das steigt nicht Vom Seufzen zum Singen: Dahinter winkt wieder Finsternis und wieder Licht.
Wie Sturm, Blitz und Fluss Miteinander verschlingen Sich ewig in uns, ewig zugleich:
Dunkles Tasten an der Wahrheit Wand, Feuriger Freundschaft Weltdurchdringen, Zeugung der Wahrheit und Welt aus uns!
Drei Gewalten, die die um jedes Kämpfers Seele miteinander ringen, Heben ihn nur himmlisch über sich empor!
Schöpfung kreist Aus ihrem An-einander-klingen: Aus Musik des Kämpfers wächst rings Gottes Geist.
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Interpretation
Das Gedicht "Musik des Kämpfers" von Alfred Wolfenstein beschreibt die ewige Bewegung und das Streben des Menschen durch das Universum und das Leben. Der Kämpfer durchquert Stern um Stern und Schritt für Schritt, von der Dunkelheit zur Freundschaft und von der Freundschaft zur schaffenden Einsamkeit. Doch dieses Auf und Ab führt nicht zu einem endgültigen Ziel, sondern immer wieder zu Licht und Finsternis. Der Dichter vergleicht die inneren Kräfte des Kämpfers mit Naturgewalten wie Sturm, Blitz und Fluss, die sich ewig in ihm verschränken. Es sind drei gewaltige Mächte, die in seiner Seele ringen: das dunkle Tasten an der Wahrheit, die feurige Freundschaft, die die Welt durchdringt, und die Zeugung der Wahrheit sowie die Erschaffung der Welt aus dem Kämpfer selbst. Diese Kräfte heben ihn über sich hinaus und treiben ihn an, sich immer weiter zu entwickeln und zu schaffen. Am Ende des Gedichts wird deutlich, dass aus dem Anklang und der Harmonie dieser drei Mächte die Musik des Kämpfers entsteht. Und aus dieser Musik wächst der Geist Gottes, der sich im Universum ausbreitet. Der Kämpfer wird so zum Schöpfer und Mittler zwischen den Welten, der durch sein Streben und Schaffen den göttlichen Funken in sich entfacht und die Welt mit ihm erfüllt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Dunkles Tasten an der Wahrheit Wand, Feuriger Freundschaft Weltdurchdringen.
- Bildsprache
- Wie an schwankenden Ringen Sausen wir durch die Welt.
- Metapher
- Aus Musik des Kämpfers wächst rings Gottes Geist.
- Parallelismus
- Wie Sturm, Blitz und Fluss Miteinander verschlingen Sich ewig in uns, ewig zugleich.
- Personifikation
- Dahinter winkt wieder Finsternis und wieder Licht.