Morgen
1871Nun sind die Sterne wieder von blaßblauer Seide verhüllt, nun Näh′ und Ferne wieder von junger Sonne erfüllt. Ihr weißen Wasser, die ihr hinab zur Ebne springt, oh sagt den Freunden, wie mir das Herz heut singt und klingt.
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Interpretation
Das Gedicht "Morgen" von Christian Morgenstern thematisiert die Erneuerung und die Schönheit eines neuen Tages. Es beginnt mit der Beschreibung, wie die Sterne von einem "blaßblauen Seiden"-Himmel verhüllt werden, was den Übergang von der Nacht zum Tag symbolisiert. Die Zeilen "nun Näh′ und Ferne wieder / von junger Sonne erfüllt" vermitteln das Gefühl von Weite und Nähe, die durch das aufkommende Sonnenlicht wiederbelebt werden. Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich der Blick auf die "weißen Wasser", die hinab zur Ebene fließen. Diese Gewässer werden aufgefordert, den Freunden zu erzählen, wie das Herz des Sprechers heute singt und klingt. Dies könnte als Ausdruck tiefer Freude und Dankbarkeit für den neuen Tag interpretiert werden, der mit all seinen Möglichkeiten und Schönheiten einhergeht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung der Erneuerung und des Optimismus. Es lädt den Leser ein, die kleinen Wunder des Morgens zu erkennen und zu schätzen, und betont die Verbundenheit des Menschen mit der Natur und seinen Mitmenschen durch die geteilte Erfahrung des neuen Tages.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- nun sind ... nun Näh′ und ... nun Näh′ und
- Apostrophe
- Ihr weißen Wasser, die ihr hinab zur Ebne springt
- Hyperbel
- das Herz heut singt und klingt
- Metapher
- Sterne wieder von blaßblauer Seide verhüllt
- Personifikation
- Näh′ und Ferne wieder von junger Sonne erfüllt