Morfin
unknownWir warten auf ein letztes Abenteuer, Was kümmert uns der Sonnenschein? Hochaufgetürmte Tage stürzen ein, Unruhige Nächte - Gebet im Fegefeuer.
Wir lesen auch nicht mehr die Tagespost . Nur manchmal lächeln wir still in die Kissen, Weil wir alles wissen. Und gerissen Fliegen wir hin und her im Fieberfrost.
Mögen Menschen eilen und streben, Heut’ fällt der Regen noch trüber. Wir treiben haltlos durchs Leben Und schlafen, verwirrt, hinüber…
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Interpretation
Das Gedicht "Morfin" von Emmy Hennings beschreibt eine innere Zerrissenheit und einen Zustand der Entfremdung von der äußeren Welt. Die Sprecher warten auf ein "letztes Abenteuer", was auf eine Sehnsucht nach dem Unbekannten oder dem Tod hindeuten könnte. Die Gleichgültigkeit gegenüber dem "Sonnenschein" und das Bild der "hochaufgetürmten Tage", die "einstürzen", vermitteln ein Gefühl der Resignation und des Verfalls. Die zweite Strophe verdeutlicht die Isolation der Sprecher von der Realität. Sie lesen nicht mehr die "Tagespost", was auf eine Abwendung von aktuellen Ereignissen und gesellschaftlichen Entwicklungen hindeutet. Das Lächeln in die Kissen und das Wissen um "alles" könnten auf eine geistige Umnachtung oder eine Flucht in eine eigene, innere Welt verweisen. Der "Fieberfrost" symbolisiert den inneren Konflikt und die Unruhe. Die letzte Strophe kontrastiert das hektische Treiben der Menschen mit der passiven Haltlosigkeit der Sprecher. Der "trübere" Regen verstärkt die düstere Stimmung. Das "hinüber" im letzten Vers kann als Metapher für den Tod oder das Dahinscheiden verstanden werden, was den gesamten Zustand als einen Übergang in einen anderen Zustand oder ins Jenseits interpretierbar macht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- fliegen wir hin und her
- Bildlichkeit
- Wir treiben haltlos durchs Leben
- Kontrast
- Mögen Menschen eilen und streben, Heut' fällt der Regen noch trüber
- Metapher
- Hochaufgetürmte Tage stürzen ein
- Personifikation
- Unruhige Nächte - Gebet im Fegefeuer
- Symbolik
- Fieberfrost