Morale
unknownDer Edellstein die künst bedeut/ und der han die tolle leut/ Und die noch nichts dann wollust streben/ fressen und sauffen ist ihr leben/ Sie fragen nichts noch gutter ler/ ein voller bauch ihn lieber wer.
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Interpretation
Das Gedicht "Morale" von Erasmus Alberus thematisiert den Kontrast zwischen der höfischen Kultur und dem einfachen Volk. Der "Edellstein" steht symbolisch für die feine und kunstvolle Lebensweise des Adels, während die "tollen Leut" das einfache Volk darstellen, das sich ausschließlich der Wollust hingibt. Diese Menschen leben ein Leben voller Genusssucht, das sich auf das Essen und Trinken konzentriert. Sie interessieren sich nicht für Bildung oder höhere Werte, sondern bevorzugen einen vollen Bauch und einfache Freuden. In den folgenden Zeilen wird die Kritik an diesem Lebensstil deutlich. Das einfache Volk fragt nicht nach guter Lehre oder Weisheit, sondern ist ausschließlich auf die Befriedigung ihrer körperlichen Bedürfnisse aus. Die Vorliebe für einen vollen Bauch zeigt, dass sie materielle und sinnliche Genüsse höher schätzen als geistige oder kulturelle Errungenschaften. Diese Haltung wird als oberflächlich und unreflektiert dargestellt. Das Gedicht verdeutlicht somit eine moralische Bewertung der Lebensweisen. Während die höfische Kultur als raffiniert und wertvoll angesehen wird, wird das einfache Volk als ungebildet und ausschweifend kritisiert. Erasmus Alberus nutzt diese Gegenüberstellung, um eine moralische Lehre zu vermitteln: wahrer Wert liegt nicht in der Genusssucht, sondern in der Pflege von Kunst und Bildung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- fressen und sauffen ist ihr leben/
- Hyperbel
- Und die noch nichts dann wollust streben/
- Kontrast
- Und der han die tolle leut/
- Metapher
- Der Edellstein die künst bedeut/
- Parallelismus
- Sie fragen nichts noch gutter ler/ ein voller bauch ihn lieber wer.