Monte Cavo
1804Wär′ ich vielleicht im Olymp? Hier seh′ ich Fabel, Geschichte, Rom, Aeneas, Ulyß und die homerische See, Ist es der Pegasus, der den Wandrer zum Berge herauftrug? Nein! die moderne Welt kommt hier zu Esel herauf.
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Interpretation
Das Gedicht "Monte Cavo" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschäftigt sich mit der Spannung zwischen der glorreichen Vergangenheit und der als minderwertig empfundenen Gegenwart. Der Sprecher steht auf dem Monte Cavo und fühlt sich zunächst wie im Olymp, umgeben von den großen Gestalten der Mythologie und Geschichte wie Aeneas, Odysseus und den Helden Homers. Der Pegasus, das geflügelte Pferd der Dichter, scheint ihn hinaufgetragen zu haben, was die Verbindung zur schönen und heroischen Vergangenheit symbolisiert. Doch diese romantische Verklärung wird jäh durchbrochen, als der Sprecher feststellt, dass die "moderne Welt" auf Esel heraufkommt. Dies ist eine scharfe Kritik an der Gegenwart, die im Vergleich zur heroischen Vergangenheit als banal und erniedrigend empfunden wird. Der Esel steht hier als Symbol für Banalität, Stumpfsinn und den Verlust der poetischen und heroischen Werte. Das Gedicht reflektiert somit die romantische Sehnsucht nach einer vergangenen, heroischen Zeit und die Enttäuschung über die Gegenwart. Waiblinger drückt eine tiefe Melancholie und Kritik an der modernen Welt aus, die er als Abfall von den Idealen der Antike und der Romantik empfindet. Das Gedicht ist ein eindringliches Plädoyer für die Bewahrung der poetischen und heroischen Werte in einer Zeit, die der Sprecher als entzaubert und erniedrigt empfindet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Rom, Aeneas, Ulyß und die homerische See
- Kontrast
- Nein! die moderne Welt kommt hier zu Esel herauf
- Metapher
- Ist es der Pegasus, der den Wandrer zum Berge herauftrug?
- Rhetorische Frage
- Wär′ ich vielleicht im Olymp?