Mondschein
1874Bleich und müde Schmieg und weich Kater duften Blüten graunen Wasser schlecken Winde schluchzen Schein entblößt die zitzen Brüste Fühlen stöhnt in meine Hand.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Mondschein" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das eine surreale und beunruhigende Atmosphäre schafft. Die Sprache ist geprägt von ungewöhnlichen Wortkombinationen und einer fragmentierten Syntax, die den Leser in eine traumartige, fast halluzinatorische Welt eintauchen lässt. Die Stimmung ist düster und melancholisch, mit einem Hauch von Verfall und Verletzlichkeit. Die einzelnen Zeilen des Gedichts erzeugen ein Gefühl von Erschöpfung und Verletzlichkeit. "Bleich und müde" setzt den Ton, gefolgt von "Schmieg und weich", was eine Art von sanfter, aber unheimlicher Umarmung suggeriert. "Kater duften" und "Blüten grauen" spielen mit den Sinnen, wobei der Geruch und die Furcht vor dem Unbekannten eine Rolle spielen. "Wasser schlecken" und "Winde schluchzen" verstärken die Vorstellung von einer Welt, die lebendig und atmend ist, aber auch traurig und schmerzhaft. Der letzte Teil des Gedichts, "Schein entblößt die zitzen Brüste / Fühlen stöhnt in meine Hand", ist besonders intensiv und intim. Hier wird die Verletzlichkeit des menschlichen Körpers und der menschlichen Seele offenbart. Der Mondschein, der normalerweise als sanft und beruhigend gilt, wird hier zu einer Kraft, die entblößt und enthüllt. Das Gefühl, das "in meine Hand stöhnt", könnte als eine Art von Berührung oder Verbindung interpretiert werden, die sowohl schmerzhaft als auch tröstlich ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe, wenn auch beunruhigende, emotionale Resonanz.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Bleich und müde, Schmieg und weich, Kater duften, Blüten grauen, Wasser schlecken, Winde schluchzen
- Metapher
- Schein entblößt die zitzen Brüste
- Personifikation
- Kater duften, Blüten graunen, Winde schluchzen, Fühlen stöhnt