Mittag

Theodor Fontane

1819

Am Waldessaume träumt die Föhre, Am Himmel weiße Wölkchen nur; Es ist so still, daß ich sie höre, Die tiefe Stille der Natur.

Rings Sonnenschein auf Wies’ und Wegen, Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach, Und doch, es klingt, als ström’ ein Regen Leis tönend auf das Blätterdach.

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Illustration zu Mittag

Interpretation

Das Gedicht "Mittag" von Theodor Fontane zeichnet ein idyllisches und zugleich tiefgründiges Bild einer ruhigen Mittagslandschaft. Die Föhre am Waldessaum träumt, und nur wenige weiße Wölkchen zieren den Himmel, was eine fast meditative Stille schafft. Diese Stille wird so intensiv beschrieben, dass der Sprecher sie förmlich hören kann, was die tiefe Verbundenheit mit der Natur unterstreicht. Die Umgebung ist geprägt von Sonnenschein, der Wiesen und Wege erhellt, während die Baumwipfel reglos in der Luft stehen, ohne dass eine Brise weht. Trotz dieser äußeren Ruhe gibt es eine subtile, fast unmerkliche Bewegung – ein leises Klingen, das an sanften Regen erinnert, der auf das Blätterdach fällt. Dieses paradoxe Zusammenspiel von Stille und leisem Klang verleiht der Szene eine fast mystische Qualität. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Wertschätzung für die Natur und ihre Fähigkeit, sowohl Ruhe als auch subtile Schönheit zu bieten. Es lädt den Leser ein, innezuhalten und die kleinen, oft übersehenen Details der natürlichen Welt wahrzunehmen. Durch seine präzisen und sinnlichen Beschreibungen schafft Fontane eine Atmosphäre, die sowohl beruhigend als auch nachdenklich stimmt.

Schlüsselwörter

waldessaume träumt föhre himmel weiße wölkchen still höre

Wortwolke

Wortwolke zu Mittag

Stilmittel

Alliteration
weiße Wölkchen
Kontrast
Rings Sonnenschein auf Wies' und Wegen, Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach
Metapher
Die tiefe Stille der Natur
Personifikation
Am Waldessaume träumt die Föhre
Täuschung
Und doch, es klingt, als ström' ein Regen Leis tönend auf das Blätterdach