Mit Elsheimers Morgen

Johann Wolfgang von Goethe

1749

Alle Pappeln hoch in Lüften, Jeder Strauch in seinen Dürften, Alle sehn sich nach dir um: Berge schauen dort herüber, Leuchten schön und jauchzten lieber; Doch der schöne Tag ist stumm.

Lustschalmeien will man hören, Flöten, Hörner und von Chören Alles, was nur Freude regt. Selbst an seiner strengen Kette Springt das Freundchen um die Wette, Immer hin und her bewegt.

Und so täuschen wir die Ferne, Segnen alle holden Sterne, Die mit Gaben dich geschmückt. Neue Freude, neue Lieder Grüßen dich! Erscheine wieder, Denn der neue Frühling blickt.

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Illustration zu Mit Elsheimers Morgen

Interpretation

Das Gedicht "Mit Elsheimers Morgen" von Johann Wolfgang von Goethe ist ein lyrisches Werk, das die Schönheit der Natur und die Freude des neuen Tages besingt. Es beschreibt die Landschaft um Elsheim, die vom Morgenlicht erhellt wird und in der sich alles nach einer geliebten Person umsieht. Das Gedicht ist in drei Strophen gegliedert, die jeweils einen anderen Aspekt des Morgens thematisieren. Die erste Strophe schildert die morgendliche Stimmung in der Natur. Die Pappeln ragen hoch in den Himmel, die Sträucher sind in ihrer vollen Pracht, und die Berge blicken neugierig herüber. Alles scheint sich nach jemandem zu sehnen, der noch nicht da ist. Der Tag ist schön, aber still, als ob er auf etwas Besonderes wartet. Die zweite Strophe drückt die Sehnsucht nach Musik und Gesang aus, die den Tag erfüllen soll. Der Sprecher wünscht sich, Lustschalmeien, Flöten, Hörner und Chöre zu hören, die alle Freude wecken. Selbst ein gefangenes Vögelchen springt aufgeregt hin und her, als ob es sich auf etwas freut. Die Musik soll die Stille des Morgens durchbrechen und die Stimmung aufheitern. Die dritte Strophe ist eine Anrede an die Person, die der Sprecher erwartet. Er täuscht die Ferne vor, um sie näher zu bringen, und segnet alle Sterne, die sie mit Gaben geschmückt haben. Er wünscht ihr neue Freude und neue Lieder und bittet sie, wieder zu erscheinen, denn der neue Frühling blickt. Das Gedicht endet mit einer optimistischen und hoffnungsvollen Stimmung, die den Frühling als Symbol für Neuanfang und Wachstum verwendet.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Lustschalmeien will man hören
Apostrophe
Grüßen dich! Erscheine wieder
Bildsprache
Berge schauen dort herüber, Leuchten schön und jauchzten lieber
Hyperbel
Alle Pappeln hoch in Lüften
Kontrast
Doch der schöne Tag ist stumm
Metapher
Und so täuschen wir die Ferne
Personifikation
Selbst an seiner strengen Kette Springt das Freundchen um die Wette
Symbolik
Denn der neue Frühling blickt