Mit einem Jugendbildnis
1892Hier - doch keinem darfst dus zeigen, Solche Sanftmut war mir eigen, Durfte sie nicht lang behalten, Sie verschwand in harten Falten, Sichtbar ist sie nur geblieben Dir und denen, die mich lieben.
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Interpretation
Das Gedicht "Mit einem Jugendbildnis" von Conrad Ferdinand Meyer beschreibt die Vergänglichkeit der Jugend und die damit verbundene Sanftmut, die im Laufe des Lebens durch "harte Falten" ersetzt wird. Der Sprecher richtet sich an eine unbekannte Person und bittet darum, das Jugendbildnis niemandem zu zeigen, da diese Sanftmut ihm einst eigen war, er sie aber nicht lange bewahren konnte. Der Sprecher betont, dass die Sanftmut nur noch ihm selbst und denen, die ihn lieben, sichtbar ist. Dies deutet darauf hin, dass die innere Schönheit und Güte des Menschen auch im Alter erhalten bleiben können, auch wenn die äußere Erscheinung durch die Zeit gezeichnet ist. Die "harten Falten" stehen symbolisch für die Erfahrungen und Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt und die die jugendliche Sanftmut verblassen lassen. Das Gedicht reflektiert über die Vergänglichkeit der Jugend und die Veränderungen, die das Alter mit sich bringt. Es vermittelt eine melancholische Stimmung, da der Sprecher die verloren gegangene Sanftmut bedauert. Gleichzeitig gibt es aber auch eine positive Note, da die innere Schönheit und Güte des Menschen auch im Alter noch vorhanden sind und von den Liebsten wahrgenommen werden können.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- harten Falten
- Enjambement
- Hier - doch keinem darfst dus zeigen, Solche Sanftmut war mir eigen, Durfte sie nicht lang behalten, Sie verschwand in harten Falten, Sichtbar ist sie nur geblieben Dir und denen, die mich lieben.