Mit einem gemalten Band
1776Kleine Blumen, kleine Blätter Streuen mir mit leichter Hand Gute junge Frühlingsgötter Tändelnd auf ein luftig Band.
Zephyr, nimm′s auf deine Flügel, Schling′s um meiner Liebsten Kleid; Und so tritt sie vor den Spiegel All in ihrer Munterkeit.
Sieht mit Rosen sich umgeben, Selbst wie eine Rose jung. Einen Blick, geliebtes Leben! Und ich bin belohnt genung.
Fühle, was dies Herz empfindet, Reiche frei mir deine Hand, Und das Band, das uns verbindet, Sei kein schwaches Rosenband!
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Interpretation
Das Gedicht "Mit einem gemalten Band" von Johann Wolfgang von Goethe beschreibt die romantischen Gefühle des lyrischen Ichs für eine geliebte Frau. In den ersten beiden Strophen wird ein symbolisches Band aus Blumen und Blättern beschrieben, das vom Frühlingswind zu der Geliebten getragen wird. Dieses Band steht für die zarten Bande der Liebe, die das lyrische Ich mit der Angebeteten verbinden. In der dritten Strophe wird die Geliebte selbst als eine Rose beschrieben, die von Rosen umgeben ist. Das lyrische Ich ist von ihrer Schönheit und Fröhlichkeit begeistert und fühlt sich durch einen einzigen Blick von ihr belohnt. Die Rosenmetapher unterstreicht die Zartheit und Reinheit der Liebe. In der letzten Strophe fleht das lyrische Ich die Geliebte an, die Gefühle seines Herzens zu verstehen und ihm ihre Hand zu reichen. Es wünscht sich, dass das Band der Liebe zwischen ihnen stark und beständig sein möge, und nicht wie ein zerbrechliches Rosenband. Das Gedicht endet mit dem Wunsch nach einer tiefen und dauerhaften Verbindung der beiden Liebenden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Kleine Blumen, kleine Blätter
- Metapher
- Zephyr, nimm's auf deine Flügel
- Personifikation
- Gute junge Frühlingsgötter
- Symbolik
- Rosenband
- Vergleich
- Selbst wie eine Rose jung