Mit dem grünen Lautenbande

Wilhelm Müller

1821

»Schad um das schöne grüne Band, Daß es verbleicht hier an der Wand, Ich hab das Grün so gern!« So sprachst du, Liebchen, heut zu mir; Gleich knüpf ich′s ab und send es dir: Nun hab das Grüne gern!

Ist auch dein ganzer Liebster weiß, Soll Grün doch haben seinen Preis, Und ich auch hab es gern. Weil unsre Lieb ist immergrün, Weil grün der Hoffnung Fernen blühn, Drum haben wir es gern.

Nun schlinge in die Locken dein Das grüne Band gefällig ein, Du hast ja′s Grün so gern. Dann weiß ich, wo die Hoffnung wohnt, Dann weiß ich, wo die Liebe thront, Dann hab ich′s Grün erst gern.

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Mit dem grünen Lautenbande

Interpretation

Das Gedicht "Mit dem grünen Lautenbande" von Wilhelm Müller handelt von der tiefen Verbundenheit und Zuneigung zwischen zwei Liebenden, symbolisiert durch ein grünes Band. Der Sprecher erinnert sich an die Worte seiner Liebsten, die ihr Bedauern über das Verbleichen des Bandes an der Wand ausdrückt und ihre Vorliebe für die Farbe Grün betont. Dieses Band wird zum Ausdruck ihrer unveränderlichen Liebe, die trotz aller Veränderungen, wie dem Ergrauen des Liebhabers, beständig bleibt. Das Grün steht hier als Symbol für Hoffnung und ewiges Wachstum, was die Beständigkeit ihrer Liebe unterstreicht. Im weiteren Verlauf des Gedichts beschließt der Sprecher, das Band seiner Liebsten zu schicken, damit sie es in ihre Locken flechten kann. Dies ist ein Akt der Hingabe und des Wunsches, die Verbindung zwischen ihnen zu stärken. Das Band wird somit zu einem Zeichen der Treue und der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Die Wiederholung des Satzes "Du hast ja's Grün so gern" betont die Bedeutung, die die Farbe Grün für die Liebende hat, und unterstreicht die Aufmerksamkeit und das Verständnis des Sprechers für ihre Vorlieben. Abschließend wird deutlich, dass das grüne Band nicht nur ein einfaches Accessoire ist, sondern ein tieferes Symbol für die Liebe und Hoffnung, die die beiden verbindet. Indem die Liebste das Band in ihre Locken flechtet, wird die Hoffnung und Liebe, die es repräsentiert, sichtbar und greifbar. Der Sprecher findet in diesem Akt die Bestätigung für die Stärke und den Ort ihrer Liebe, was ihm erst ermöglicht, das Grün ebenso zu schätzen wie sie. Das Gedicht vermittelt somit eine Botschaft der unerschütterlichen Liebe und der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft, symbolisiert durch das grüne Band.

Schlüsselwörter

gern grün hab grüne weiß band hoffnung schad

Wortwolke

Wortwolke zu Mit dem grünen Lautenbande

Stilmittel

Alliteration
Die Wiederholung des 'Gr'-Lautes in 'Grün' und 'grüne'
Kontrast
Der Kontrast zwischen dem verbleichten Band und dem immergrünen Band
Metapher
Das grüne Band als Symbol für die Liebe und Hoffnung
Parallelismus
Die parallele Struktur in den Zeilen 'Weil unsre Lieb ist immergrün, Weil grün der Hoffnung Fernen blühn'
Personifikation
Die Hoffnung und Liebe werden als Wohnorte oder Throne personifiziert
Wiederholung
Die Phrase 'hab es gern' wird mehrfach wiederholt