Minona

Frank Wedekind

1864

Laß sie mich küssen, die knospende Blume, den Kelch meiner Trunkenheit! Wenn meiner Lippen fiebernde Glut dir die Glieder durchzittert hat, Dann erst wirst du mir Weib, und ein mächtig Erinnern Schwellt meine Segel glückseligen Inseln entgegen.

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Illustration zu Minona

Interpretation

Das Gedicht "Minona" von Frank Wedekind handelt von der Sehnsucht nach einer tiefen, leidenschaftlichen Vereinigung. Die "knospende Blume" symbolisiert eine noch unberührte, junge Frau, die als Quelle der Trunkenheit und des Glücks dient. Die "fiebrige Glut" der Lippen des Sprechers deutet auf eine intensive, fast überwältigende Leidenschaft hin, die den Körper der Angebeteten durchzittert. In diesem Moment der Vereinigung, wenn die Leidenschaft ihren Höhepunkt erreicht, wird die Frau zur "Frau" – ein Symbol für die Vollendung und die Erfüllung des Begehrens. Das "mächtige Erinnern" lässt die Segel des Sprechers anschwellen, was auf eine Reise zu "glückseligen Inseln" hindeutet. Diese Inseln stehen metaphorisch für einen Zustand des vollkommenen Glücks und der Zufriedenheit, den der Sprecher durch die erfüllte Liebe erreichen möchte. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass wahre Erfüllung und Glück nur durch die tiefe, körperliche und emotionale Verbindung mit einem geliebten Menschen erreicht werden können. Die lebendige und sinnliche Sprache unterstreicht die Intensität dieser Erfahrung und lässt den Leser an der Leidenschaft und dem Verlangen des Sprechers teilhaben.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
fiebernde Glut dir die Glieder durchzittert hat
Metapher
Schwellt meine Segel glückseligen Inseln entgegen
Personifikation
Laß sie mich küssen, die knospende Blume
Symbolik
Kelch meiner Trunkenheit