Minnegruss

Heinrich Heine

1797

Du bist so schön und rein, Wunnevolles Magedein, Deinem Dienste ganz allein Möcht ich wohl mein Leben weihn.

Deine süßen Äugelein Glänzen mild wie Mondenschein; Helle Rosenlichter streun Deine roten Wängelein.

Und aus deinem Mündchen klein Blinkt′s hervor wie Perlenreihn; Doch den schönsten Edelstein Hegt dein stiller Busenschrein.

Fromme Minne mag es sein, Was mir drang ins Herz hinein, Als ich weiland schaute dein, Wunnevolles Magedein!

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Interpretation

Das Gedicht "Minnegruss" von Heinrich Heine ist ein Loblied auf die Schönheit und Reinheit einer jungen Frau. Der Sprecher preist ihre äußere Erscheinung und drückt den Wunsch aus, ihr ganz ergeben zu sein. Das Gedicht ist in vier Strophen gegliedert, die jeweils einen Aspekt der Anbetung hervorheben. In der ersten Strophe stellt der Sprecher die Frau als schön und rein dar und bezeichnet sie als "wunnevolles Magedein". Er bekundet den Wunsch, sein Leben ganz in ihren Dienst zu stellen. Die zweite Strophe beschreibt die Augen der Frau als sanft leuchtend wie Mondenschein und ihre Wangen als von roten Rosenlichtern geschmückt. In der dritten Strophe werden die Lippen der Frau mit einer Perlenreihe verglichen und ihr Busen als Hüter des schönsten Edelsteins dargestellt. Die letzte Strophe deutet an, dass der Sprecher von frommer Minne ergriffen wurde, als er die Frau einst erblickte. Durchgehend verwendet Heine eine liebliche, anbetende Sprache, um die Frau zu preisen. Die Beschreibungen ihrer Schönheit sind voller positiver Attribute wie Reinheit, Sanftheit und Edelmut. Das Gedicht vermittelt einen starken Eindruck von Verehrung und Verlangen seitens des Sprechers, der von der Frau tief beeindruckt ist. Insgesamt ist "Minnegruss" ein typisches Beispiel für die Minne- und Liebespoesie des 19. Jahrhunderts, die die idealisierte Schönheit und Tugend einer Frau besingt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Wunnevolles Magedein
Metapher
Doch den schönsten Edelstein / Hegt dein stiller Busenschrein
Personifikation
Fromme Minne mag es sein, / Was mir drang ins Herz hinein
Vergleich
Und aus deinem Mündchen klein / Blinkt's hervor wie Perlenreihn