Merkur und Amor
1771Merkur und Amor zogen Auf Abenteuer durch das Land. Einst wünscht sich jener Pfeil und Bogen; Und gibt für Amors Pfeil und Bogen Ihm seinen vollen Beutel Pfand.
Mit so vertauschten Waffen zogen, Und ziehn noch, beide durch das Land. Wenn jener Wucher sucht mit Pfeil und Bogen, Entzündet dieser Herzen durch das Pfand.
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Interpretation
Das Gedicht "Merkur und Amor" von Gotthold Ephraim Lessing erzählt von einem Tauschgeschäft zwischen den beiden Göttern Merkur und Amor. Merkur, der Gott der Händler und Diebe, wünscht sich Amor, den Gott der Liebe, seinen Bogen und seine Pfeile, um mit diesen Waffen Abenteuer im Land zu erleben. Als Pfand dafür gibt er Amor seinen vollen Beutel, was auf seine Rolle als Gott des Handels und des Reichtums anspielt. Der Tausch der Waffen führt zu einer interessanten Veränderung in den Handlungen der beiden Götter. Mit den vertauschten Waffen ziehen sie weiter durch das Land, wobei Merkur, nun mit dem Bogen und den Pfeilen ausgestattet, nach Wucher strebt. Amor hingegen nutzt den Beutel, um Herzen zu entzünden, was metaphorisch für die Macht des Geldes und des Handels in der Liebe steht. Das Gedicht verdeutlicht die Verflechtung von Liebe und Handel sowie die Macht der Waffen und des Geldes in der Gesellschaft. Es zeigt, wie der Tausch der Attribute der Götter zu einer Veränderung ihrer Handlungen führt und wie diese Handlungen die Welt beeinflussen. Lessing nutzt die mythologischen Figuren, um eine tiefere Bedeutung über die menschlichen Beziehungen und die Gesellschaft zu vermitteln.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wenn jener Wucher sucht mit Pfeil und Bogen
- Kontrast
- Wenn jener Wucher sucht mit Pfeil und Bogen, entzündet dieser Herzen durch das Pfand.
- Metapher
- Mit so vertauschten Waffen zogen, und ziehn noch, beide durch das Land.
- Personifikation
- Merkur und Amor zogen auf Abenteuer durch das Land.