Merkur und Amor
1741Zu dem Merkur sprach einst der Gott der Liebe: “Du bist der Gott der Krämer und der Diebe Und der Beredsamkeit. Mein Freund, Wie hast du alles das vereint? In so verschiedenen Revieren Mit Glück und Ehre zu regieren, Dazu gehört Geschicklichkeit, Dazu gehören seltne Gaben.”
“Ja”, sprach Merkur, “und sie haben Braucht es Erfahrung, Müh und Zeit. Erst war ich nur der Handelschaft zu dienen Vom Vater Jupiter ernannt. Die Diebe fand ich unter ihnen, Und sie vertrauten mir ihr Land. Doch einst von beiden Nationen Lernt´ich, dem Reich der Redner vorzustehn, Die Kunst, die Wahrheit fein zu schonen Und fein die Welt zu hintergehen.”
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Interpretation
Das Gedicht "Merkur und Amor" von Johann Heinrich Merck erzählt ein Gespräch zwischen dem Gott Merkur und Amor, dem Gott der Liebe. Merkur wird als Gott der Händler, Diebe und der Beredsamkeit dargestellt. Amor fragt, wie Merkur es geschafft hat, in so verschiedenen Bereichen erfolgreich zu sein. Merkur erklärt, dass er zuerst vom Vater Jupiter nur zum Dienst in der Handelschaft bestimmt wurde. Doch durch seine Erfahrungen mit Händlern und Dieben lernte er schließlich, auch die Redner zu führen. Mercur erkennt, dass es Geschicklichkeit und seltene Gaben erfordert, in so verschiedenen Bereichen erfolgreich zu sein. Er betont, dass es Zeit, Mühe und Erfahrung braucht, um in diesen unterschiedlichen Revieren zu regieren. Mercur selbst hat durch seine Tätigkeit als Handelsgott und seine Begegnungen mit Dieben die Kunst der Rhetorik erlernt. Das Gedicht thematisiert die Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit des Gottes Merkur. Es zeigt, wie er durch seine verschiedenen Tätigkeiten und Begegnungen unterschiedliche Fähigkeiten erworben hat. Merkur wird als schlauer und erfahrener Gott dargestellt, der die Kunst beherrscht, die Wahrheit zu schonen und die Welt zu hintergehen. Das Gedicht verdeutlicht, dass Erfolg in verschiedenen Bereichen Zeit, Mühe und Erfahrung erfordert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Wiederholung des 'D'-Lautes in 'Dazu gehört Geschicklichkeit, Dazu gehören seltne Gaben.'
- Anspielung
- Verweis auf Merkur als Gott der Händler und Diebe, basierend auf der römischen Mythologie.
- Ironie
- Merkur beschreibt seine Rollen als Krämer, Dieb und Beredsamkeit als 'Glück und Ehre', was ironisch ist, da Diebstahl und Täuschung nicht ehrenhaft sind.
- Metapher
- Der 'Gott der Liebe' als Sprecher, der Merkur Fragen stellt, symbolisiert die Neugier und das Staunen über die Vielseitigkeit von Merkur.
- Personifikation
- Merkur und Amor werden als Götter dargestellt, die sprechen und interagieren können.
- Rhetorische Frage
- Zu dem Merkur sprach einst der Gott der Liebe: 'Du bist der Gott der Krämer und der Diebe Und der Beredsamkeit. Mein Freund, Wie hast du alles das vereint?'