Menschliches Wissen

Friedrich von Schiller

1805

Weil du liesest in ihr, was du selber in sie geschrieben, Weil du in Gruppen fürs Aug′ ihre Erscheinungen reihst, Deine Schnüre gezogen auf ihrem unendlichen Felde, Wähnst du, es fasse dein Geist ahnend die große Natur. So beschreibt mit Figuren der Astronome den Himmel, Dass in dem ewigen Raum leichter sich finde der Blick, Knüpft entlegene Sonnen, durch Siriusfernen geschieden, Aneinander im Schwan und in den Hörnern des Stiers. Aber versteht er darum der Sphären mystische Tänze, Weil ihm das Sternengewölb sein Planiglobium zeigt?

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Interpretation

Das Gedicht "Menschliches Wissen" von Friedrich von Schiller handelt von der menschlichen Wahrnehmung und dem begrenzten Verständnis der Natur. Es verdeutlicht, wie wir die Welt um uns herum durch unsere eigene Interpretation und Ordnung begreifen, aber dabei möglicherweise die wahre Komplexität und Unendlichkeit der Natur übersehen. Der Dichter vergleicht unser Wissen mit der Arbeit eines Astronomen, der den Himmel mit Figuren und Mustern beschreibt, um ihn für das Auge leichter erfassbar zu machen. Dies symbolisiert, wie wir versuchen, die Welt in verständliche Einheiten zu unterteilen, um sie zu begreifen. Doch Schiller stellt die Frage, ob wir dadurch wirklich die mysteriösen Bewegungen der Himmelskörper verstehen oder nur eine vereinfachte Darstellung sehen. Letztendlich betont das Gedicht die Grenzen des menschlichen Geistes und die Gefahr, die Komplexität der Natur zu unterschätzen. Es erinnert uns daran, dass unsere Wahrnehmung und unser Wissen begrenzt sind und dass die wahre Natur möglicherweise weit über unsere Vorstellungskraft hinausgeht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Weil ihm das Sternengewölb sein Planiglobium zeigt