Menschenwerth
unknownNicht, was Du bist Durch Verstand und List, Was Dein Besitz An Weisheit und Witz, Was an Dich fällt Vom Gut der Welt, Nicht, was Du kannst, Was Du gewannst An Orden und Würden Und anderen Bürden, D′rum Dich mit Schmeicheln Die Menschen umheucheln, Sich bücken und neigen Und freundlich Dir zeigen, Nicht, wie Dein Gewand Und der Ring an der Hand, Nicht die Kleider von Sammt, Nicht Beruf, noch Amt, Nicht Geschick und Kunst, Noch Glück und Gunst, Nicht Leibesgstalt Und Macht und Gewalt, Nicht Ruhmeslicht, Selbst die Krone nicht, Die das Haupt Dir schmückt Und vielleicht auch drückt, Giebt unversehrt Dir Menschenwerth. — — Wie das Herz Dir schlägt, Was Dich bewegt
Mit warmem Gefühle In des Marktes Gewühle, Was in Dir ruht Im Gemüth und Blut, Was Du hältst und hegst Und willst und wägst, Was in Dir erblüht Und drängt und glüht, Was tief in Dir Als der Seele Zier, Was Du sinnst und denkst, Wohin Du lenkst Mit Deinen Gedanken Ohne Schwanken und Wanken, Im lebendig entfachten Dichten und Trachten: Nach tändelnden Spielen, — Nach herrlichen Zielen, In Geistessaaten Unsterblicher Thaten, Dich innig bewegend, Die Menschheit segnend In friedlicher Weile Mit ewigem Heile, — Das giebt Dir den Werth, Und macht Dich verehrt Den Ehrenfesten, Den Edlen und Besten, Und sie grüßen Dir zu — Denn das bist Du!
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Interpretation
Das Gedicht "Menschenwerth" von Max Vogler handelt von der Frage, was den wahren Wert eines Menschen ausmacht. Der Dichter stellt klar, dass äußere Merkmale wie Intelligenz, Reichtum, Besitztümer, Titel, Kleidung oder Aussehen nicht den eigentlichen Wert eines Menschen bestimmen. Vielmehr geht es um die inneren Werte und Qualitäten einer Person. Im zweiten Teil des Gedichts nennt Vogler, was den Menschenwerth tatsächlich ausmacht: Es ist das Herz, die Gefühle, die Gedanken, die Seele und der Charakter eines Menschen. Entscheidend sind die inneren Antriebe, Bestrebungen und Taten eines Menschen. Wer sich für das Wohl der Menschheit einsetzt und edle Ziele verfolgt, gewinnt dadurch an Wert und Ansehen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Max Vogler in seinem Gedicht den wahren Wert eines Menschen in dessen inneren Werten und Taten sieht. Äußere Merkmale und Statussymbole sind bedeutungslos. Vielmehr kommt es auf den Charakter, die Gefühle und das Streben eines Menschen an. Wer edel und selbstlos handelt, gewinnt dadurch an Menschenwürde und Anerkennung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Dich innig bewegend
- Anapher
- Nicht, was Du bist
- Aufzählung
- An Orden und Würden / Und anderen Bürden
- Binnenzäsur
- Nicht die Kleider von Sammt, / Nicht Beruf, noch Amt
- Chiasmus
- Was in Dir ruht / Im Gemüth und Blut
- Enjambement
- Was an Dich fällt / Vom Gut der Welt
- Gegensatz
- Nach tändelnden Spielen, — / Nach herrlichen Zielen
- Hyperbel
- Selbst die Krone nicht
- Metapher
- Den Ehrenfesten, / Den Edlen und Besten
- Parallelismus
- Was Du sinnst und denkst, / Wohin Du lenkst
- Personifikation
- Was tief in Dir / Als der Seele Zier
- Schlussreim
- Denn das bist Du!
- Wiederholung
- Das giebt Dir den Werth, / Und macht Dich verehrt