Menschenbeifall

Friedrich Hölderlin

1770

Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll Seit ich liebe? Warum achtetet ihr mich mehr, da ich Stolzer und wilder Wortereicher und leerer war?

Ach, der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen, An das Göttliche glauben, Die allein sie selber sind.

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Interpretation

Das Gedicht "Menschenbeifall" von Friedrich Hölderlin reflektiert über die Natur menschlicher Anerkennung und die wahre Bedeutung von Liebe. Der Sprecher fragt sich, warum sein Herz nicht heilig sei, seit er liebt, und warum die Menschen ihn mehr achteten, als er stolzer, wilder und wortreicher, aber auch leerer war. Dies deutet auf eine Kritik an der Oberflächlichkeit und der Vorliebe für das Spektakuläre hin, die oft in der Gesellschaft vorherrscht. Hölderlin stellt die Frage, warum die Menge das bevorzugt, was auf dem Marktplatz taugt, und warum nur der Knecht den Gewaltsamen ehrt. Dies impliziert eine Kritik an der Masse, die sich von der Oberflächlichkeit und dem Spektakel blenden lässt, anstatt die wahre Schönheit und Tiefe zu erkennen. Der Sprecher scheint zu suggerieren, dass die Menschen die wahre Liebe und das Göttliche nicht zu schätzen wissen, sondern sich von den äußeren Erscheinungen täuschen lassen. Das Gedicht endet mit der Aussage, dass die Menschen an das Göttliche glauben, aber nur die Göttlichen selbst sind. Dies könnte als eine Aufforderung verstanden werden, die wahre Natur des Göttlichen in sich selbst zu erkennen und zu ehren, anstatt sich von den oberflächlichen Erscheinungen der Welt blenden zu lassen. Hölderlin scheint zu betonen, dass die wahre Liebe und das Göttliche in der Tiefe des eigenen Herzens zu finden sind und nicht in der äußeren Anerkennung oder dem Beifall der Menschen.

Schlüsselwörter

heilig herz schöneren lebens voll seit liebe warum

Wortwolke

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Stilmittel

Gegenüberstellung
Seit ich liebe? Warum achtetet ihr mich mehr, da ich Stolzer und wilder Wortereicher und leerer war?
Kontrast
An das Göttliche glauben, Die allein sie selber sind
Metapher
was auf den Marktplatz taugt
Personifikation
es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen
Rhetorische Frage
Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll