Melancholie
1913Bläuliche Schatten. O ihr dunklen Augen, Die lang mich anschaun in Vorübergleiten. Guitarrenklänge sanft den Herbst begleiten Im Garten, aufgelöst in braunen Laugen. Des Todes ernste Düsternis bereiten Nymphische Hände, an roten Brüsten saugen Verfallne Lippen und in schwarzen Laugen Des Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten.
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Interpretation
Das Gedicht "Melancholie" von Georg Trakl beschreibt eine düstere und melancholische Stimmung, die durch verschiedene Bilder und Sinneswahrnehmungen dargestellt wird. Die bläulichen Schatten und die dunklen Augen, die den Sprecher anstarren, erzeugen eine geheimnisvolle und bedrückende Atmosphäre. Die sanften Gitarrenklänge begleiten den Herbst im Garten und lösen sich in braunen Laugen auf, was auf eine Art von Auflösung oder Verfall hindeutet. Im zweiten Teil des Gedichts wird die ernste Düsternis des Todes vorbereitet. Die nymphenhaften Hände bereiten diese Stimmung vor, indem sie an roten Brüsten saugen. Die verfallenen Lippen und die feuchten Locken des Sonnenjünglings gleiten in schwarzen Laugen, was eine Art von Verwesung oder Verfall symbolisieren könnte. Die Verwendung von Farben wie blau, braun und schwarz verstärkt die düstere und melancholische Stimmung des Gedichts. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre von Traurigkeit, Verfall und dem nahenden Tod. Die verschiedenen Bilder und Sinneswahrnehmungen, wie die dunklen Augen, die Gitarrenklänge und die braunen Laugen, tragen zur melancholischen Stimmung bei. Georg Trakl verwendet eine bildhafte Sprache, um die Gefühle und Eindrücke des Sprechers auszudrücken und den Leser in eine düstere und nachdenkliche Stimmung zu versetzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Verfallne Lippen und in schwarzen Laugen
- Metapher
- Des Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten
- Personifikation
- Nymphische Hände, an roten Brüsten saugen