Melancholie
1890Schau, den Finger in der Nase Oder an der Stirn, Zeitigt manche fette Phrase Das geölte Hirn.
Warum liebt der die Erotik? Jener die Zigarrn? Der die Aeropilotik? Der den Kaiserschmarrn?
Warum geht′s uns meistens dreckig? Weshalb schreib ich dies Gedicht? Warum ist das Zebra fleckig Und Mariechen nicht?
Dennoch ahnt man irgendwie Gottes Qualverwandtschaft, Trifft man unerwartet sie Draußen in der Landschaft.
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Interpretation
Das Gedicht "Melancholie" von Klabund beschreibt die Sinnlosigkeit und das Chaos im menschlichen Leben. Der Dichter beobachtet die Menschen und stellt fest, dass sie oft oberflächlich und ohne tieferen Sinn handeln. Die "fetten Phrasen" und das "geölte Hirn" symbolisieren die Leere und die Oberflächlichkeit, die in der Gesellschaft herrschen. Der Dichter fragt sich, warum die Menschen so handeln, wie sie handeln, und warum das Leben oft so chaotisch und sinnlos erscheint. Der zweite Teil des Gedichts beschäftigt sich mit den verschiedenen Interessen und Vorlieben der Menschen. Der Dichter fragt sich, warum jemand die Erotik liebt, während ein anderer die Zigarren bevorzugt. Warum interessiert sich der eine für die Aeropilotik, während der andere den Kaiserschmarrn bevorzugt? Diese Fragen verdeutlichen die Vielfalt und die Unterschiede im menschlichen Leben, die oft schwer zu verstehen sind. Im dritten Teil des Gedichts stellt sich der Dichter die Frage, warum das Leben oft so chaotisch und ungerecht erscheint. Warum geht es uns meistens "dreckig", warum schreibt er dieses Gedicht und warum ist das Zebra gefleckt, während Mariechen nicht gefleckt ist? Diese Fragen verdeutlichen die Unberechenbarkeit und die Ungerechtigkeit des Lebens. Trotzdem ahnt der Dichter eine gewisse "Gottes Qualverwandtschaft", die er in der Natur und in der Landschaft wiederfindet. Diese Ahnung gibt ihm Trost und Hoffnung in einer chaotischen Welt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Warum geht's uns meistens dreckig? Weshalb schreib ich dies Gedicht?
- Kontrast
- Und Mariechen nicht?
- Metapher
- Das geölte Hirn
- Personifikation
- Gottes Qualverwandtschaft
- Rhetorische Frage
- Warum liebt der die Erotik? Jener die Zigarrn? Der die Aeropilotik? Der den Kaiserschmarrn?