Meisenglück
1813Aus dem goldnen Morgenqualm Sich herniederschwingend, Hüpft die Meise auf den Halm, Aber noch nicht singend.
Doch der Halm ist viel zu schwach, Um nicht bald zu knicken, Und nur, wenn sie flattert, mag Sie sich hier erquicken.
Ihre Flügel braucht sie nun Flink und unverdrossen, Und indes die Füßchen ruhn, Wird ein Korn genossen.
Einen kühlen Tropfen Tau Schlürft sie noch daneben, Um mit Jubel dann ins Blau Wieder aufzuschweben.
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Interpretation
Das Gedicht "Meisenglück" von Friedrich Hebbel schildert das kurze, aber erfüllte Leben einer Meise. Die Meise schwingt sich aus dem goldenen Morgennebel herab und hüpft auf einen Halm, ohne zu singen. Sie sucht nach Nahrung und Erfrischung, findet aber den Halm zu schwach, um darauf zu verweilen. Die Meise muss fliegen, um sich zu erquicken und ein Korn zu finden. Während sie auf dem Halm ruht, nimmt sie einen kühlen Tropfen Tau zu sich. Dann jubelt sie und schwebt wieder ins Blaue empor. Das Gedicht vermittelt eine lebendige und fröhliche Stimmung, die die Leichtigkeit und Freiheit des Vogellebens einfängt. Es zeigt die Anpassungsfähigkeit und das Streben der Meise nach Nahrung und Erfrischung. Die kurzen Zeilen und der einfache Reimschema unterstreichen die Leichtigkeit und den Schwung des Gedichts. Insgesamt vermittelt "Meisenglück" eine positive und belebende Stimmung, die den Leser mitnimmt auf einen kurzen Ausflug in die Natur und das Leben eines kleinen Vogels.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Doch der Halm ist viel zu schwach
- Bildsprache
- Um mit Jubel dann ins Blau / Wieder aufzuschweben
- Kontrast
- Aber noch nicht singend
- Metapher
- Aus dem goldnen Morgenqualm
- Personifikation
- Aus dem goldnen Morgenqualm / Sich herniederschwingend, / Hüpft die Meise auf den Halm