Meinem Kleinen

Hanns von Gumppenberg

1928

Zwischen Not und Schuld, Zwischen Nochnicht und Nimmer, Mitten in vierfach drohender Nacht Hat das Glück mit leuchtendem Strahl Sich eine Bahn gemacht, Kurz und schmal. Tritt in den Schimmer, Lieber, herein - Diese Bahn ist auch dein! Mög’ es dich nie ins Grau’n Drängen nach rechts oder links - Nie ins schwarze Auge der Sphinr Mögest du hinter dich schau’n Oder zu weit voraus! Frei von dem Graus Schreite du freudig und leicht! Und hast du den Rand erreicht, Wo der Weg wieder ins Dunkel bricht, Wo sich erfüllt dein Geschick: Sei noch dein letzter Blick Voll von Licht!

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Illustration zu Meinem Kleinen

Interpretation

Das Gedicht "Meinem Kleinen" von Hanns von Gumppenberg ist ein poetisches Plädoyer für den Lebensweg eines geliebten Menschen. Der Autor beschreibt den Weg des Lebens als einen schmalen Streifen des Glücks, der sich durch die Dunkelheit und Gefahr hindurchbahnt. Dieser Weg ist zwar kurz und schmal, aber er ist auch ein Symbol für Hoffnung und Möglichkeit. Der Dichter ermutigt den Geliebten, diesen Weg zu betreten und sich von seiner Helligkeit leiten zu lassen. In den folgenden Versen warnt der Autor vor den Gefahren, die den Lebensweg begleiten. Er rät davon ab, nach links oder rechts abzuweichen, da dies in die Finsternis führen könnte. Ebenso warnt er davor, sich in der Vergangenheit zu verlieren oder zu weit in die Zukunft zu schauen, da dies Angst und Schrecken hervorrufen könnte. Der Dichter fordert den Geliebten auf, frei von diesen Ängsten zu sein und den Lebensweg mit Freude und Leichtigkeit zu beschreiten. Im letzten Teil des Gedichts beschreibt der Autor das Ende des Lebensweges, wo dieser wieder in die Dunkelheit übergeht. Trotzdem ermutigt er den Geliebten, auch am Ende des Lebens noch einen Blick voller Licht zu werfen. Dies könnte als Aufforderung verstanden werden, auch im Angesicht des Todes noch Hoffnung und Zuversicht zu bewahren. Das Gedicht endet somit mit einem Appell zur Optimismus und Lebensfreude, unabhängig von den Umständen.

Schlüsselwörter

zwischen bahn nie not schuld nochnicht nimmer mitten

Wortwolke

Wortwolke zu Meinem Kleinen

Stilmittel

Alliteration
Zwischen Not und Schuld
Appell
Tritt in den Schimmer, Lieber, herein
Hyperbel
Nie ins schwarze Auge der Sphinr
Kontrast
Kurz und schmal
Metapher
Rand
Personifikation
Das Glück hat sich eine Bahn gemacht
Symbolik
Voll von Licht
Wiederholung
Nie