Meine Hände flammen nach dir

Peter Hille

1916

So ein verliebter Tor verpufft. (Goethe, Faust)

Meine Hände flammen nach dir.

Sieh, wie die Sonne streichelt Die lieben Bäcklein, Die schämig tiefer erglühenden Bäcklein Liebfrommer Erde.

Wie so im Wundergrausenden Dampfe des Lebens Sinnen hoch… träumerisch… zwei Seelen der Seele.

Du Goldkerl du, Du Prachtlump du, Du dumme, dumme Erde, Racker du!

Und Kuß auf Kuß, hungrig trinkend, Rafft empor sie Vom tiefabhangenden Haar An das goldkräftig hingerissene, Torheit strahlende Antlitz der Liebe.

Die Menschen nennen das In ihrer Seelen Schläfrigkeit Dann gemächlich einen schönen Tag Und stopfen dazu die lange Piepe Mit Pastorentabak.

Was wissen die von unserer Liebe!

Es lächelt tief in den grämlichen Falten Mühender Erde.

Meines Traumes jähe Frische Lacht hell auf meinem Schlaf Und hat … was an der Hand, - Dich!

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Illustration zu Meine Hände flammen nach dir

Interpretation

Das Gedicht "Meine Hände flammen nach dir" von Peter Hille ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung. Der Sprecher beschreibt seine Sehnsucht nach seiner Geliebten, die in seinen Händen "flammt". Er vergleicht ihre Wangen mit der Sonne, die sie "liebfromm" und "schämig" zum Leuchten bringt. Die Liebe zwischen den beiden wird als "Wundergrausend" und "dampfend" dargestellt, was auf eine intensive und leidenschaftliche Beziehung hindeutet. Der Sprecher bezeichnet seine Geliebte als "Goldkerl" und "Prachtlump", was ihre Schönheit und ihren Reiz unterstreicht. Er beschreibt ihre Küsse als "hungrig trinkend" und "emporraffend", was die Intensität ihrer Leidenschaft verdeutlicht. Das "goldkräftig hingerissene, Torheit strahlende Antlitz der Liebe" symbolisiert die ekstatische und fast wahnsinnige Natur ihrer Liebe. Der Sprecher kontrastiert seine tiefe Liebe mit der "Seelen Schläfrigkeit" der anderen Menschen, die ihre Liebe als bloßen "schönen Tag" bezeichnen und dabei "Pastorentabak" rauchen. Er betont, dass die anderen Menschen nichts von der wahren Tiefe und Intensität seiner Liebe wissen. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass die Liebe des Sprechers tief in der Erde verwurzelt ist und dass sein Traum von seiner Geliebten ihn erfüllt und ihm Trost spendet.

Schlüsselwörter

erde bäcklein seelen dumme kuß liebe verliebter tor

Wortwolke

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Stilmittel

Apostrophe
Du Goldkerl du, Du Prachtlump du, Du dumme, dumme Erde, Racker du!
Metapher
Meines Traumes jähe Frische lacht hell auf meinem Schlaf
Personifikation
Die lieben Bäcklein, die schämig tiefer erglühenden Bäcklein liebfrommer Erde