Meine Gottheit bist du in Ewigkeit
1864O Anna glaub’, ich lieb’ nur dich, Nur dich sucht meine Seele, Du bist der Schönheit Stern für mich: Ganz Licht, ganz ohne Fehle. Dein Wort mein dürstend Herz nur füllt, Dein Glück hellt meine Nacht – Kämpf’ ich auch jetzt nebelumhüllt: Als Sieger end’ ich die Schlacht. Als Sieger kehr’ ich zu dir mein Kind, Meiner Tage Sehnsucht und Traum, Dein Odem umweht mich friedenslind, Daß ich fern je – weiß ich kaum. An deiner Brust stirbt der Dämon Schmerz … O holde Mährchenstund! Immer wieder küss’ ich, du einziges Herz, Deinen vielsüßen Kindermund. Ich frage dich nicht; ich weiß es genau: Mein ist dein reiches Gemüth, Mein der seligleuchtende Frühlingsthau, Der deinen Augen entsprüht. Mein bist du; mein, o Seligkeit! Einzigmein in Lust und Graus! Meine Gottheit bist du in Ewigkeit! Und stirbst du – dann Sonne lisch’ aus.
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Interpretation
Das Gedicht "Meine Gottheit bist du in Ewigkeit" von Wilhelm Arent ist ein leidenschaftliches Liebesgedicht, das die tiefe Verehrung und Hingabe des lyrischen Ichs für die Geliebte Anna zum Ausdruck bringt. Der Sprecher preist die Schönheit und Reinheit der Geliebten, die er als "Stern der Schönheit" und als "ganz Licht, ganz ohne Fehle" beschreibt. Er betont, dass ihre Worte und ihr Glück sein Herz und seine Seele erfüllen, selbst in dunklen Zeiten. In den mittleren Strophen wird die Intensität der Liebe noch deutlicher. Der Sprecher beschreibt, wie er als Sieger aus den Kämpfen des Lebens hervorgeht und zu seiner Geliebten zurückkehrt, die ihm Trost und Frieden spendet. Die Nähe zu ihr lässt den Schmerz und die Dämonen der Welt vergehen, und er genießt die zärtlichen Momente mit ihr, insbesondere das Küssen ihres "vielsüßen Kindermundes". Die Liebe wird als eine Art religiöse Erfahrung dargestellt, bei der die Geliebte zur Gottheit erhoben wird. Im letzten Teil des Gedichts bekräftigt der Sprecher seine Besitzansprüche an die Geliebte, sowohl an ihr Gemüt als auch an die Freude und den Schmerz, die sie ihm bereitet. Er erklärt sie zu seiner "Gottheit in Ewigkeit" und droht damit, dass die Sonne erlöschen würde, wenn sie sterben würde. Dies unterstreicht die Allmacht und Unersetzlichkeit der Geliebten in seinem Leben und seine Bereitschaft, ohne sie nicht weiterzuleben. Das Gedicht ist ein ekstatisches Plädoyer für die transformative und erlösende Kraft der Liebe.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- vielsüßen Kindermund
- Bildsprache
- An deiner Brust stirbt der Dämon Schmerz
- Hyperbel
- Und stirbst du – dann Sonne lisch' aus
- Metapher
- Der deinen Augen entsprüht
- Personifikation
- Dein Glück hellt meine Nacht
- Symbolik
- Dein Odem umweht mich friedenslind