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Meine Gottheit bist du in Ewigkeit

Von

O Anna glaub‘, ich lieb‘ nur dich,
Nur dich sucht meine Seele,
Du bist der Schönheit Stern für mich:
Ganz Licht, ganz ohne Fehle.
Dein Wort mein dürstend Herz nur füllt,
Dein Glück hellt meine Nacht –
Kämpf‘ ich auch jetzt nebelumhüllt:
Als Sieger end‘ ich die Schlacht.
Als Sieger kehr‘ ich zu dir mein Kind,
Meiner Tage Sehnsucht und Traum,
Dein Odem umweht mich friedenslind,
Daß ich fern je – weiß ich kaum.
An deiner Brust stirbt der Dämon Schmerz …
O holde Mährchenstund!
Immer wieder küss‘ ich, du einziges Herz,
Deinen vielsüßen Kindermund.
Ich frage dich nicht; ich weiß es genau:
Mein ist dein reiches Gemüth,
Mein der seligleuchtende Frühlingsthau,
Der deinen Augen entsprüht.
Mein bist du; mein, o Seligkeit!
Einzigmein in Lust und Graus!
Meine Gottheit bist du in Ewigkeit!
Und stirbst du – dann Sonne lisch‘ aus.

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Gedicht: Meine Gottheit bist du in Ewigkeit von Wilhelm Arent

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Meine Gottheit bist du in Ewigkeit“ von Wilhelm Arent ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung, die von intensiven Gefühlen der Verehrung, des Besitzanspruches und der totalen Hingabe geprägt ist. Der Sprecher adressiert seine Geliebte, Anna, und stellt sie in den Mittelpunkt seines Lebens, seines Glücks und seiner Existenz. Der Text ist durchzogen von Superlativen und betont die Einzigartigkeit und Perfektion Annas.

Die ersten Strophen etablieren die zentrale Stellung Annas im Leben des Sprechers. Sie wird als Licht, als Stern der Schönheit, als Erfüllung seiner Sehnsucht und als Quelle des Glücks dargestellt. Das Gedicht nutzt eine starke Bildsprache, um die Intensität der Liebe zu veranschaulichen: Annas Wort füllt das dürstende Herz, ihr Glück erhellt die Nacht. Der Sprecher sieht in Anna nicht nur eine Geliebte, sondern eine Gottheit, die sein ganzes Wesen ausmacht. Die Zeile „Kämpf‘ ich auch jetzt nebelumhüllt: Als Sieger end‘ ich die Schlacht“ zeigt eine klare Entschlossenheit und den unerschütterlichen Glauben an die Kraft dieser Liebe, selbst in schwierigen Zeiten.

Die dritte und vierte Strophe vertiefen die Thematik der totalen Hingabe und des Besitzanspruchs. Der Sprecher sieht in Anna sein Kind, seine Sehnsucht, seinen Traum. Ihr Atem umfängt ihn friedlich, und bei ihr stirbt der Schmerz. Das Gedicht erzeugt eine intime Atmosphäre, die von Küssen und „vielsüßem Kindermund“ geprägt ist. Die Zeile „Mein ist dein reiches Gemüth“ verdeutlicht den Anspruch auf Annas innerste Gedanken und Gefühle. Die Naturmetaphern wie „seligleuchtender Frühlingsthau“ verstärken die idyllische und idealisierte Darstellung der Liebe.

Die letzte Strophe kulminiert in der radikalen Aussage der totalen Verschmelzung: „Meine Gottheit bist du in Ewigkeit! Und stirbst du – dann Sonne lisch‘ aus.“ Diese Zeilen unterstreichen die absolute Abhängigkeit des Sprechers von Anna. Sie ist nicht nur sein Leben, sondern auch sein Universum. Der Tod Annas bedeutet für ihn den Weltuntergang, das Erlöschen des Lichts. Das Gedicht ist ein Zeugnis einer tiefen, aber auch möglicherweise ungesunden Form der Liebe, die von extremer Verehrung, Abhängigkeit und Besitzansprüchen geprägt ist.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.