Meine Erde -3. Auf Mutterschoß

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Peter Hille

Meine Erde - 3. Auf Mutterschoß

Betende Hände, Gottbetroffene Jungfrau, Flattern und Beben, Heiliges Lallen:

Mein Werk ist träg in der verdürstenden Geister Verdürstetem Greifen. Dunkelruhen! Gebären. Arbeit, Bang, groß, Seelen in hastender Arbeit. Alle halten zusammen und - haben nichts. Qualen die furchtbar sind. Unerhörte Worte Unerhörter Dinge. Und es sollen Frühlinge sein, Und - Trauer ist Jubel. Ein Brausen in lichtentschmetterndem Ringe. Und fern, wie sehr, An goldbraunen, reifen, jubelnd roten, blühenden Wangen. Starkes Gekicher. Tänze gell wie Sonnenlohen. Tamburin, wirbelnd Wie goldumzügelte Blumen der Sonne.

Schlummre, Frühling, Im Dunkel einer Trauer, Und wie ein Kind Sprießt du immerzu Violette Blumen des ersehnten Herbstes In vergessen geschlossener Hand.

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Illustration zu Meine Erde -3. Auf Mutterschoß

Interpretation

Das Gedicht "Meine Erde - 3. Auf Mutterschoß" von Peter Hille thematisiert die kreative Schöpfung und den schöpferischen Prozess als eine Art Geburt. Hille verwendet Bilder wie "betende Hände", "Gottbetroffene Jungfrau" und "Heiliges Lallen", um den schöpferischen Akt als etwas Göttliches und Heiliges zu charakterisieren. Das Werk wird als träge und verdurstend beschrieben, was den mühsamen und anstrengenden Prozess der Schöpfung verdeutlicht. Im zweiten Teil des Gedichts beschreibt Hille die Früchte dieses schöpferischen Prozesses als "Frühlinge", die aus Trauer und Qual entstehen. Das Bild des "Brausens in lichtentschmetterndem Ringe" und des "goldbraunen, reifen, jubelnd roten, blühenden Wangen" vermittelt die Idee von Freude und Lebendigkeit, die aus dem schöpferischen Akt hervorgehen. Das "starke Gekicher" und die "Tänze gell wie Sonnenlohen" verstärken diesen Eindruck von ausgelassener Freude und Vitalität. Im letzten Teil des Gedichts fordert Hille den Frühling auf, im Dunkel der Trauer zu ruhen und sich wie ein Kind immer wieder neu zu regenerieren. Das Bild der "Violette Blumen des ersehnten Herbstes in vergessen geschlossener Hand" deutet auf die Idee hin, dass die Schöpfung ein fortlaufender Prozess ist, der immer wieder von Neuem beginnt. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass die Schöpfung ein mühsamer, aber auch freudvoller und lebensspendender Prozess ist, der in einem ständigen Kreislauf von Geburt, Wachstum und Erneuerung besteht.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Dunkelruhen! Gebären. Arbeit, Bang, groß
Bildsprache
Ein Brausen in lichtentschmetterndem Ringe
Hyperbel
Qualen die furchtbar sind
Kontrast
Und es sollen Frühlinge sein, Und - Trauer ist Jubel
Metapher
Violette Blumen des ersehnten Herbstes In vergessen geschlossener Hand
Onomatopoesie
Tamburin, wirbelnd
Personifikation
Schlummre, Frühling, Im Dunkel einer Trauer