Meine Augen

Maria Luise Weissmann

1899

Wenn Du kommst Müssen meine Augen Ins Dunkel kehren Wie in den Tod.

Seit sie Dich einließen: Verräterinnen - Nun leben sie immer Unterm Beil.

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Illustration zu Meine Augen

Interpretation

Das Gedicht "Meine Augen" von Maria Luise Weissmann beschreibt eine emotionale Zerrissenheit, die durch das Erscheinen einer geliebten Person ausgelöst wird. Die Augen, die einst voller Licht und Offenheit waren, müssen nun ins Dunkel kehren, als ob sie dem Tod gegenüberstehen. Diese Metapher deutet auf eine tiefgreifende Veränderung im emotionalen Zustand der lyrischen Ich-Person hin, die durch das Eintreten der geliebten Person verursacht wird. Die Augen werden als "Verräterinnen" bezeichnet, was darauf hindeutet, dass sie die Kontrolle über das eigene Gefühlsleben verloren haben. Sie haben die geliebte Person "eingelassen", was zu einem Zustand ständiger Bedrohung und Unsicherheit führt. Die Augen leben nun "Unterm Beil", was eine Atmosphäre der Angst und des Unbehagens schafft. Dieser Zustand zeigt die Verletzlichkeit und die Abhängigkeit von der geliebten Person. Das Gedicht vermittelt die Idee, dass die Liebe sowohl eine Quelle der Freude als auch der Qual sein kann. Die Augen, die einst frei und unabhängig waren, sind nun gefangen in einem emotionalen Gefängnis. Die Metapher des Beils unterstreicht die ständige Bedrohung, die mit der Liebe einhergeht, und die Unfähigkeit, sich von dieser emotionalen Bindung zu lösen. Insgesamt reflektiert das Gedicht die Komplexität menschlicher Emotionen und die transformative Kraft der Liebe. Es zeigt, wie die Liebe die Wahrnehmung und das Erleben der Welt verändern kann, indem sie Licht in Dunkelheit verwandelt und Freiheit in Gefangenschaft. Die Augen, als Symbole der Wahrnehmung und des Verstehens, werden zu Zeugen einer inneren Zerrissenheit, die die Tiefe der menschlichen Erfahrung widerspiegelt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Metapher
Nun leben sie immer Unterm Beil
Personifikation
Seit sie Dich einließen: Verräterinnen