Mein Türkenkopf

Nikolaus Lenau

1802

Mein Pfeifchen traut, mir ist dein Rauch, Voll duftender Narkose, Noch lieber als der süße Hauch Der aufgeblühten Rose.

Und hält die Rose Streit mit dir, Von beiden schöner welche? Bist du die schönre Rose mir Mit deinem Glutenkelche.

Denn wie die Rose duftend blüht Im Grün der Frühlingsbäume, Also mein Pfeifchen duftend glüht Zum Frühling meiner Träume.

Weckt mir der Rose Freudenstrahl Ein schmerzlich Angedenken, Hilfst du zu kurzer Rast einmal, Was ich verlor, - versenken.

Und wenn dein blauer Wolkenzug Die Stirne mir umsponnen, Umkreist mich gern der rasche Flug Von dichterischen Wonnen.

Wenn dann die Qual versank in Ruh, So dünket mich, mir wehte Ein heilend Lüftchen Nebel zu Vom stillen Tal des Lethe.

Drum, Pfeifchen traut, ist mir dein Rauch, Voll duftender Narkose, Noch lieber als der süße Hauch Der aufgeblühten Rose!

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Mein Türkenkopf

Interpretation

Das Gedicht "Mein Türkenkopf" von Nikolaus Lenau handelt von der Vorliebe des lyrischen Ichs für das Rauchen einer Pfeife, die er als tröstlicher und erfüllender empfindet als die Schönheit einer blühenden Rose. Das Gedicht besteht aus sechs Strophen mit jeweils vier Versen und einem Kreuzreim. Das lyrische Ich vergleicht die Pfeife mit einer Rose und stellt fest, dass der Rauch der Pfeife ihm lieber ist als der süße Duft der Rose. Es betont die Schönheit und den Duft der Pfeife, die es als Quelle der Träume und der Inspiration sieht. Die Pfeife wird als "Glutentöpfchen" bezeichnet, was auf ihre Wärme und ihre Fähigkeit, das lyrische Ich zu erfreuen, hinweist. Das Gedicht beschreibt auch die beruhigende Wirkung des Rauchens auf das lyrische Ich. Es hilft ihm, schmerzhafte Erinnerungen zu vergessen und sich in einen Zustand der Ruhe und des Vergessens zu versetzen. Der Rauch der Pfeife wird als heilendes Lüftchen beschrieben, das aus dem stillen Tal des Lethe weht, einem Fluss der Unterwelt, der die Toten vergessen lässt. Insgesamt drückt das Gedicht die Vorliebe des lyrischen Ichs für das Rauchen aus und betont die positive Wirkung, die es auf sein Wohlbefinden und seine Kreativität hat. Es stellt die Pfeife als eine Quelle der Inspiration und des Trostes dar, die ihm hilft, seine Träume zu verwirklichen und seine Sorgen zu vergessen.

Schlüsselwörter

rose pfeifchen traut rauch voll duftender narkose lieber

Wortwolke

Wortwolke zu Mein Türkenkopf

Stilmittel

Alliteration
Voll duftender Narkose
Bildsprache
Wenn dann die Qual versank in Ruh
Enjambement
Weckt mir der Rose Freudenstrahl Ein schmerzlich Angedenken
Hyperbel
Bist du die schönre Rose mir Mit deinem Glutenkelche
Metapher
Mein Pfeifchen traut, mir ist dein Rauch, Voll duftender Narkose
Personifikation
Und hält die Rose Streit mit dir, Von beiden schöner welche?
Symbolik
Ein heilend Lüftchen Nebel zu Vom stillen Tal des Lethe
Vergleich
Denn wie die Rose duftend blüht Im Grün der Frühlingsbäume, Also mein Pfeifchen duftend glüht Zum Frühling meiner Träume