Mein Stuhl steht im Himmel
1925Mein Stuhl steht im Himmel, wenn ich an dich denke. Sitze bei mir und lege deinen Schmuck in mein Herz, Du sollst in meinen Augen dich beschauen, wie schön du bist.
Dein Lächeln hat Hände und beschenkt mich reich. Ich gehe vor dir wie ein selig Gestorbener, Mein Herz steht still und feiert.
Ein Feuer, das auf den Scheitern sich wiegt, Liegt dein Auge auf mir, meine Füße sind Stahl, ich bin dein Schatten, Ich folge dir ohne Ermatten und ohne Wahl.
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Interpretation
Das Gedicht "Mein Stuhl steht im Himmel" von Max Dauthendey ist eine tief empfundene Liebeserklärung, die die Intensität und Transzendenz der romantischen Liebe zum Ausdruck bringt. Der Titel selbst deutet auf eine erhöhte, fast himmlische Perspektive hin, die der Sprecher einnimmt, wenn er an die Geliebte denkt. Im ersten Strophenabschnitt wird die Nähe und Intimität zwischen den Liebenden beschrieben. Der Sprecher lädt die Geliebte ein, bei ihm zu sitzen und ihren Schmuck in sein Herz zu legen. Dies symbolisiert die tiefe Verbundenheit und das Einlassen aufeinander. Die Bitte, sich in seinen Augen zu betrachten, unterstreicht die Bewunderung und das Streben nach gegenseitiger Anerkennung der Schönheit. Die zweite Strophe verdeutlicht die überwältigende Wirkung des Lächelns der Geliebten, das den Sprecher reich beschenkt. Der Vergleich mit einem "selig Gestorbenen" deutet auf eine Art Erlösung oder Erleuchtung durch die Liebe hin. Das Herz, das stillsteht und feiert, vermittelt ein Gefühl der vollkommenen Hingabe und des Innehaltens in der Gegenwart der Geliebten. Im letzten Abschnitt wird die Macht des Blicks der Geliebten betont, der wie ein Feuer auf den Scheitern tanzt. Der Sprecher fühlt sich gestärkt und unerschütterlich ("meine Füße sind Stahl") und ist bereit, der Geliebten bedingungslos zu folgen ("ohne Ermatten und ohne Wahl"). Dies verdeutlicht die totale Unterwerfung und das Streben, der Geliebten in jeder Hinsicht zu dienen und zu folgen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Ich gehe vor dir wie ein selig Gestorbener.
- Metapher
- Meine Füße sind Stahl, ich bin dein Schatten.
- Personifikation
- Dein Lächeln hat Hände und beschenkt mich reich.
- Symbolik
- Ein Feuer, das auf den Scheitern sich wiegt.