Mein Schleswig-Holstein
1883Mein Schleswig-Holstein, tief im Schnee versiegelt, Wie lieb ich dann dich erst, mein Wiegenland: Du hast die Türen alle fest verriegelt, Und deine Knicks sind Wetterschirm und Wand Bis sich in deinen Fenstern wieder spiegelt Des Sommers roter Abendsonnenbrand. Mein Schleswig-Holstein, tief im Schnee vermummt Nie bist du laut, nun bist du ganz verstummt.
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Interpretation
Das Gedicht "Mein Schleswig-Holstein" von Detlev von Liliencron handelt von der tiefen Verbundenheit des lyrischen Ichs mit seiner Heimat Schleswig-Holstein. Die winterliche Szenerie wird als besonders schön und schützend beschrieben, wobei die verschneite Landschaft eine Art schützende Hülle bildet. Das lyrische Ich drückt seine Liebe zur Heimat aus, indem es die verschneiten Türen und Knicks als Schutz vor dem Wetter betont. Die Knicks, also die Baumreihen an den Feldern, dienen als natürlicher Wetterschutz und geben dem lyrischen Ich ein Gefühl von Geborgenheit. Die Stille, die der Schnee mit sich bringt, wird als besonders friedlich und beruhigend empfunden. Die letzten beiden Zeilen des Gedichts betonen die tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit seiner Heimat. Schleswig-Holstein wird als ein Ort beschrieben, der nie laut ist, aber im Winter besonders still und ruhig wirkt. Diese Stille wird als etwas Positives empfunden, das die Schönheit der Heimat noch verstärkt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Nie bist du laut, nun bist du ganz verstummt
- Metapher
- Des Sommers roter Abendsonnenbrand
- Personifikation
- Mein Schleswig-Holstein, tief im Schnee vermummt