Mein Schatz
1808Mein Schatz ist wie a Röserl! Grad so schön lachts oan on, Mi verdrießt nur, daß i′s net Aufn Hut stecka kon!
Mein Schatz is wie a Nagerl! O du herzige Maus! Gern nahm i′s beim Kragerl Und ließ′s nimmer aus!
Mein Schatz is a Engel, Tragt a hohe Frisur, Und wenns mi net liebt sie, Nachher irr i mir nur.
Lieb is s′ wie koani, A guts Herzl ja hats, Singt wie Caltanani: Drum is s′ a mein Schatz.
Und wenns sagt, daß mi net liebt, Daß s′ mi lieben a net ko: Nachher kennts mi a gar net, Schaut mi für einen andern o.
Und wennst oan net mögn konnst, Warum denn grad mi? Da kunnt oans schon fuchtig wer′n, Malefiz sakradi!
Der Romeo in sein Julerl War so verliabt als ana nur kon, Und auf jeds Busserl Hat er an Schnackla no ton.
Am 13. August i Ins 69. Jahr kimm: Höchste Zeit, daß i Unterricht Im Schuhplatteln nimm!
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Mein Schatz" von Franz Carl Spitzweg ist eine humorvolle und liebevolle Ode an die Geliebte des Sprechers. Durch die Verwendung von bayerischem Dialekt und spielerischen Vergleichen wird eine charmante und lebendige Atmosphäre geschaffen, die die tiefe Zuneigung des Sprechers zum Ausdruck bringt. Im ersten Teil des Gedichts vergleicht der Sprecher seine Geliebte mit einer Rose und einer Maus, was ihre Schönheit und ihren Charme unterstreicht. Die Rose symbolisiert die zarte und vergängliche Natur der Liebe, während die Maus für ihre Anmut und ihren spielerischen Charakter steht. Diese Vergleiche verdeutlichen die Bewunderung des Sprechers und seine Freude an der Anwesenheit seiner Geliebten. Der zweite Teil des Gedichts reflektiert die Unsicherheiten und Ängste, die mit der Liebe einhergehen können. Der Sprecher sorgt sich um die Gefühle seiner Geliebten und befürchtet, dass sie ihn nicht so lieben könnte, wie er sie liebt. Trotz dieser Zweifel bleibt seine Zuneigung unerschütterlich, was durch den Vergleich mit Romeo und Julia unterstrichen wird. Der humorvolle Verweis auf das Schuhplatteln am Ende des Gedichts fügt eine leichte und selbstironische Note hinzu, die die gesamte Stimmung des Gedichts abrundet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Und auf jeds Busserl Hat er an Schnackla no ton
- Hyperbel
- Der Romeo in sein Julerl War so verliabt als ana nur kon
- Metapher
- Mein Schatz is a Engel, Tragt a hohe Frisur
- Personifikation
- Singt wie Caltanani
- Vergleich
- Mein Schatz is wie a Nagerl! O du herzige Maus!
- Zeitangabe
- Am 13. August i Ins 69. Jahr kimm
- Übertreibung
- Höchste Zeit, daß i Unterricht Im Schuhplatteln nimm!