Mein Jüngling, du...
1913Mein Jüngling, du, ich liebe dich vor allen, Du bist mein eigen Bild, das mir erscheint! Ich sehe dich in manchen Teufelskrallen; Gewiss, du bist nicht glücklich, hast geweint. Du liebst zu schmerzlich oder harrst vergebens, Dein Vater, deine Wirtin macht dir Qual, Du zuckst in der Verwildrung deines Lebens, Dein Geist wird bürgerlich, dein Kopf wird kahl. Willst du nicht mit mir gehn und mich erhören! Sieh, auf die gleichen Klippen schwimm ich ein. Einst auf Prärien, jetzt in Geisterchören Will ich dich rufen und will bei dir sein!
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Interpretation
Das Gedicht "Mein Jüngling, du..." von Walter Hasenclever ist eine emotionale Ansprache an einen jungen Mann, der in Not und Verzweiflung zu sein scheint. Der Sprecher drückt eine tiefe Zuneigung zu diesem Jüngling aus, den er als sein eigenes Abbild betrachtet. Er beobachtet, wie der Jüngling in Schwierigkeiten gerät und von verschiedenen "Teufelskrallen" in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Sprecher ist überzeugt, dass der Jüngling unglücklich ist und Tränen vergossen hat, sei es durch übermäßige Liebe oder vergebliche Erwartungen. Die Qualen, die ihm von seinem Vater und seiner Wirtin zugefügt werden, tragen zur Verwilderung seines Lebens bei. Der Sprecher bemerkt, wie der Geist des Jünglings sich verändert und wie sein Kopf kahl wird, was auf die Belastungen und den Stress hinweisen könnte, denen er ausgesetzt ist. In der zweiten Hälfte des Gedichts appelliert der Sprecher an den Jüngling, ihm zu folgen und auf ihn zu hören. Er bietet an, ihn aus seiner misslichen Lage zu retten und auf die gleichen Klippen zu schwimmen, die er selbst schon durchquert hat. Der Sprecher verspricht, den Jüngling auf Prärien und in Geisterchören zu rufen und bei ihm zu sein. Dies deutet darauf hin, dass der Sprecher dem Jüngling einen Ausweg aus seiner aktuellen Situation anbietet und ihm eine neue Perspektive oder einen neuen Lebensweg aufzeigen möchte. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Empathie, des Mitgefühls und der Hoffnung. Der Sprecher erkennt die Schwierigkeiten des Jünglings an und bietet ihm seine Unterstützung an. Es ist ein Aufruf zur Solidarität und zur gegenseitigen Hilfe in Zeiten der Not. Das Gedicht betont die Bedeutung von Verständnis und Zuneigung in zwischenmenschlichen Beziehungen und zeigt, wie wichtig es ist, einander in schwierigen Zeiten beizustehen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- dein Geist wird bürgerlich, dein Kopf wird kahl
- Anapher
- Du liebst zu schmerzlich oder harrst vergebens, Dein Vater, deine Wirtin macht dir Qual
- Metapher
- Einst auf Prärien, jetzt in Geisterchören
- Personifikation
- manchen Teufelskrallen