Mein Herze, glaubt′s, ist nicht erkaltet

Theodor Fontane

1898

Mein Herze, glaubt′s, ist nicht erkaltet, Es glüht in ihm so heiß wie je, Und was ihr drin für Winter haltet, Ist Schein nur, ist gemalter Schnee.

Doch, was in alter Lieb′ ich fühle, Verschließ ich jetzt in tiefstem Sinn, Und trag′s nicht fürder ins Gewühle Der ewig kalten Menschen hin.

Ich bin wie Wein, der ausgegoren: Er schäumt nicht länger hin und her, Doch was nach außen er verloren, Hat er an innrem Feuer mehr.

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Interpretation

Das Gedicht "Mein Herze, glaubt's, ist nicht erkaltet" von Theodor Fontane handelt von der Wandlung der Liebe und des Herzens im Laufe der Zeit. Der Sprecher betont, dass sein Herz nicht erkaltet ist, sondern genauso heiß wie früher brennt. Was andere als Winter oder Kälte wahrnehmen, ist nur ein äußerer Schein, vergleichbar mit gemaltem Schnee. Im zweiten Teil des Gedichts erklärt der Sprecher, dass er seine Gefühle der alten Liebe nun tief in sich verschlossen hält und sie nicht mehr in die "ewig kalte" Welt der Menschen hinausträgt. Er zieht sich mit seinen Emotionen zurück und bewahrt sie in seinem Inneren. Im letzten Teil vergleicht sich der Sprecher mit gereiftem Wein, der nicht mehr schäumt und sprudelt, sondern seine Kraft nach innen verlagert hat. Was er nach außen hin verloren hat, hat er durch ein stärkeres inneres Feuer ersetzt. Das Gedicht beschreibt also den Prozess der inneren Reifung und die Wandlung der Liebe von einer äußeren, sprudelnden Leidenschaft zu einer tiefen, inneren Glut.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Hat er an innrem Feuer mehr
Personifikation
Und was ihr drin für Winter haltet