Mein Herz ruht müde
1943Mein Herz ruht müde Auf dem Samt der Nacht Und Sterne legen sich auf meine Augenlide…
Ich fließe Silbertöne der Etüde - Und bin nicht mehr und doch vertausendfacht. Und breite über unsere Erde: Friede.
Ich habe meines Lebens Schlussakkord vollbracht - Bin still verschieden - wie es Gott in mir erdacht: Ein Psalm erlösender - damit die Welt ihn übe.
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Interpretation
Das Gedicht "Mein Herz ruht müde" von Else Lasker-Schüler ist ein tiefgründiges Werk, das die Müdigkeit und das Verlangen nach Frieden des lyrischen Ichs ausdrückt. Das Herz ruht auf dem "Samt der Nacht", was eine Atmosphäre der Ruhe und Geborgenheit schafft. Die Sterne, die sich auf die Augenlider legen, verstärken diese Stimmung und symbolisieren zugleich die Verbundenheit mit dem Kosmos. In der zweiten Strophe wird die Transformation des lyrischen Ichs beschrieben. Es fließt "Silbertöne der Etüde" und ist "vertausendfacht", was auf eine spirituelle Erweiterung und Auflösung in die Unendlichkeit hindeutet. Das "Wir" in "über unsere Erde" deutet auf eine universelle Verbundenheit hin, die den Frieden über die ganze Welt ausbreitet. Die letzte Strophe schließt mit dem "Schlussakkord" des Lebens, der vollbracht ist. Das lyrische Ich ist "still verschieden", was auf einen sanften, friedlichen Tod hindeutet, der im Einklang mit dem göttlichen Plan steht. Der "Psalm erlösender" ist ein Geschenk an die Welt, das zur Übung und Nachahmung auffordert, und symbolisiert die Hoffnung auf Erlösung und Frieden für alle.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Und bin nicht mehr und doch vertausendfacht
- Metapher
- damit die Welt ihn übe
- Personifikation
- Sterne legen sich auf meine Augenlide