Mein Herz ist schwer

Emmanuel Geibel

unknown

Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht, Der Wind fährt seufzend durch die Nacht; Die Wipfel rauschen weit und breit, Sie rauschen von vergangner Zeit.

Sie rauschen von vergangner Zeit, Von großen Glück und Herzeleid, Vom Schloß und von der Jungfrau drin - Wo ist das alles, alles hin?

Wo ist das alles, alles hin, Leid, Lieb′ und Lust und Jugendsinn? Der Wind fährt seufzend durch die Nacht, Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht.

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Interpretation

Das Gedicht "Mein Herz ist schwer" von Emmanuel Geibel beschreibt eine tiefe Melancholie und Sehnsucht nach vergangener Zeit. Der Sprecher fühlt sich schwermütig und kann nicht schlafen, während der Wind seufzend durch die Nacht fährt. Die Natur, insbesondere die rauschenden Baumwipfel, erinnert ihn an vergangene Zeiten voller Glück und Leid. Der zweite Teil des Gedichts vertieft das Thema der Vergänglichkeit. Der Sprecher fragt sich, wo all die vergangenen Erlebnisse, das Leid, die Liebe, die Lust und die jugendliche Leichtigkeit geblieben sind. Er bezieht sich auf ein Schloss und eine Jungfrau, was auf eine mögliche verlorene Liebe oder eine vergangene Epoche hindeuten könnte. Die Wiederholung der Fragen "Wo ist das alles, alles hin?" unterstreicht die Unsicherheit und das Unverständnis über den Lauf der Zeit. Das Gedicht endet mit einer Wiederholung des ersten Verses, was die zyklische Natur der Gedanken des Sprechers betont. Die Nacht, der Wind und die rauschenden Wipfel bleiben konstant, während sich der innere Zustand des Sprechers nicht verändert. Die Melancholie und die Beschäftigung mit der Vergangenheit halten an, was auf eine tiefe, möglicherweise unauflösbare Trauer oder Sehnsucht hindeutet.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Sie rauschen von vergangner Zeit, Von großen Glück und Herzeleid
Anapher
Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht, Der Wind fährt seufzend durch die Nacht; Die Wipfel rauschen weit und breit, Sie rauschen von vergangner Zeit.
Chiasmus
Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht.
Enjambement
Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht, Der Wind fährt seufzend durch die Nacht;
Personifikation
Der Wind fährt seufzend durch die Nacht;
Rhetorische Frage
Wo ist das alles, alles hin?