Mein Dämon
1910Mein Dämon hat keine Brüder und Schwestern. Mein Dämon ist nicht von heute und gestern. Als Gott, der Herr, die Welten machte, Saß mein Dämon dabei im Grase und lachte, Schnitt sich die Zehennägel entzwei Und sah an der ganzen Welt vorbei.
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Interpretation
Das Gedicht "Mein Dämon" von Hugo Ball handelt von einem persönlichen Dämon, der als einzigartig und zeitlos dargestellt wird. Der Dämon hat keine Geschwister, was seine Einzigartigkeit und Isolation unterstreicht. Er ist nicht von heute und gestern, was auf seine ewige Existenz und seine Unabhängigkeit von der Zeit hinweist. Der Dämon wird als eine rebellische und freche Figur dargestellt, die bei der Schöpfung der Welt anwesend war. Er sitzt im Gras und lacht, während Gott die Welten erschafft, was auf seine Gleichgültigkeit gegenüber der göttlichen Schöpfung hindeutet. Der Dämon schneidet sich die Zehennägel entzwei, eine Handlung, die als provokativ und respektlos gegenüber der göttlichen Ordnung interpretiert werden kann. Er blickt an der ganzen Welt vorbei, was seine Distanz und seine Ablehnung der Schöpfung symbolisiert. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine subversive und ironische Haltung gegenüber der Schöpfungsgeschichte und der göttlichen Ordnung. Der Dämon wird als eine Figur dargestellt, die die etablierte Ordnung in Frage stellt und sich über die göttliche Schöpfung lustig macht. Das Gedicht kann als Ausdruck von Ball's anarchistischen und dadaistischen Tendenzen verstanden werden, die die etablierten Werte und Normen der Gesellschaft in Frage stellen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Saß mein Dämon dabei im Grase und lachte
- Ironie
- Schnitt sich die Zehennägel entzwei
- Metapher
- Mein Dämon ist nicht von heute und gestern
- Personifikation
- Schnitt sich die Zehennägel entzwei