Meeresstrand

Theodor Storm

1854

Ans Haff nun fliegt die Möwe, und Dämmrung bricht herein; über die feuchten Watten spiegelt der Abendschein.

Graues Geflügel huschet neben dem Wasser her; wie Träume liegen die Inseln im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlammes geheimnisvollen Ton, einsames Vogelrufen - so war es immer schon.

Noch einmal schauert leise und schweiget dann der Wind; vernehmlich werden die Stimmen, die über der Tiefe sind.

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Illustration zu Meeresstrand

Interpretation

Das Gedicht "Meeresstrand" von Theodor Storm schildert eine stimmungsvolle Szene am Meer zur Dämmerung. Die Möwen fliegen zum Hafen, während das Abendlicht sich im Wasser spiegelt. Die Atmosphäre ist von einer geheimnisvollen Stille und Vergänglichkeit geprägt. Storm verwendet eindrucksvolle Bilder und Metaphern, um die Stimmung einzufangen. Die Inseln erscheinen wie Träume im Nebel, das Geflügel huscht neben dem Wasser her. Der Ton des gärenden Schlammes und das einsame Vogelrufen verstärken die mystische Stimmung. Der Wind schaudert leise und die Stimmen über der Tiefe werden vernehmbar. Insgesamt entsteht ein melancholisches, fast schon wehmütiges Bild der Natur, das die Vergänglichkeit und den ewigen Kreislauf des Lebens widerspiegelt. Storm fängt die flüchtigen Momente und Stimmungen der Dämmerung am Meer auf eindringliche Weise ein.

Schlüsselwörter

ans haff fliegt möwe dämmrung bricht herein feuchten

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Stilmittel

Alliteration
graues Geflügel huschet
Bildsprache
über die feuchten Watten spiegelt der Abendschein
Metapher
wie Träume liegen die Inseln
Onomatopoesie
geheimnisvollen Ton
Parallelismus
einsames Vogelrufen - so war es immer schon
Personifikation
und Dämmrung bricht herein