Matt

Lisa Baumfeld

1877

Und Nelken, die freudigen, glutenden, Und Rosen, die liebenden, blutenden Sind mir zu laut … Mich schmerzt das gelbe Sonnenlicht, Das jäh in braune Träume bricht … So gelb und laut!

Und Nächte will ich … flüssig … lind, Wo alles lau in Duft zerrinnt Und leise Stimmen hat … Und Schlummer, der mich blau umschwebt Und von Vergessen ist durchwebt - - Ich bin so matt …

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Matt

Interpretation

Das Gedicht "Matt" von Lisa Baumfeld beschreibt eine tiefe Erschöpfung und Überreizung der Sinne. Die Sprecherin fühlt sich von den leuchtenden Farben und intensiven Düften der Blumen, insbesondere von Nelken und Rosen, überwältigt. Diese als "freudig" und "liebend" beschriebenen Blumen werden als zu laut und aufdringlich empfunden. Das grelle Sonnenlicht, das in die Träume eindringt, verstärkt dieses Gefühl der Reizüberflutung und des Unbehagens. Die Sprecherin sehnt sich nach einer sanften, beruhigenden Umgebung. Sie wünscht sich "flüssige" Nächte, in denen alles sanft in Duft zerfließt und leise Stimmen zu hören sind. Der Begriff "flüssig" suggeriert eine fließende, weiche Atmosphäre, die im Kontrast zu den harten, lauten Elementen des Tages steht. Die gewünschte Nacht soll von einem blauen Schlummer umgeben sein, der von Vergessen durchdrungen ist, was auf ein Verlangen nach Ruhe und Erlösung von den belastenden Eindrücken hindeutet. Das Gedicht endet mit der Wiederholung des Gefühls der Erschöpfung: "Ich bin so matt." Diese abschließende Zeile unterstreicht die tiefe Müdigkeit und das Bedürfnis nach Erholung. Die Wiederholung des Wortes "matt" am Anfang und am Ende des Gedichts bildet einen Rahmen, der die durchgängige Thematik der Überreizung und des Verlangens nach sanfter, vergessender Ruhe betont.

Schlüsselwörter

laut nelken freudigen glutenden rosen liebenden blutenden schmerzt

Wortwolke

Wortwolke zu Matt

Stilmittel

Alliteration
Mich schmerzt das gelbe Sonnenlicht
Assonanz
Wo alles lau in Duft zerrinnt
Bildsprache
Und Nelken, die freudigen, glutenden
Kontrast
Und Rosen, die liebenden, blutenden / Sind mir zu laut
Metapher
flüssig ... lind
Personifikation
Das jäh in braune Träume bricht
Symbolik
gelbes Sonnenlicht
Wiederholung
laut