Mariens Bild
1842Im kleinen Stübchen, das von ihrer Seele An reiner Zierde uns ein Abbild schenket, Sitzt sie und stickt, den holden Blick gesenket, Daß sich ins reine Werk kein Fehler stehle.
Was ihres Busens keuscher Flor verhehle Und ihre Hand in stillem Fleiße lenket, Die Lilie an ihrer Seite denket, Das Täubchen dir in ihrem Schoß erzähle.
Durchs Fenster sehen linde Sonnenstrahlen, Die Josephs Bild, das eine Wand bedecket, Mit ihrem frohen Glanze heller malen,
Und wär der Schein der Taube zu vereinen, Die sie herabgebückt im Schoß verstecket, Marie würde Mutter Gottes scheinen.
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Interpretation
Das Gedicht "Mariens Bild" von Clemens Brentano beschreibt eine Szene, in der Maria in einem kleinen Zimmer sitzt und stickt. Sie ist vertieft in ihre Arbeit, den Blick gesenkt, um keine Fehler im reinen Werk zu machen. Das Gedicht zeichnet ein Bild von Marias Keuschheit und Reinheit, die durch Symbole wie die Lilie und die Taube verstärkt werden. Die zweite Strophe des Gedichts verwendet die Lilie und die Taube als Symbole für Marias Keuschheit und Reinheit. Die Lilie an ihrer Seite denkt an das, was ihr Busen verbirgt, und die Taube erzählt es im Schoß. Diese Symbole sind typisch für die Darstellung Marias in der christlichen Kunst und Literatur. In der dritten Strophe des Gedichts wird die Szene durch das Fenster erhellt, und das Bild von Joseph an der Wand wird von den Sonnenstrahlen heller gemalt. Das Gedicht endet mit der Idee, dass, wenn der Schein der Taube mit dem von Maria vereint werden könnte, sie wie die Mutter Gottes erscheinen würde. Dies unterstreicht die Verehrung Marias als Mutter Gottes in der christlichen Tradition.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Mit ihrem frohen Glanze heller malen
- Ironie
- Marie würde Mutter Gottes scheinen
- Metapher
- Im kleinen Stübchen, das von ihrer Seele An reiner Zierde uns ein Abbild schenket
- Personifikation
- Die Lilie an ihrer Seite denket
- Symbolik
- Das Täubchen