Mannesbangen

Richard Dehmel

1920

Du mußt nicht meinen, ich hätte Furcht vor dir. Nur wenn du mit deinen scheuen Augen Glück begehrst und mir mit solchen zuckenden Händen wie mit Dolchen durch die Haare fährst, und mein Kopf liegt an deinen Lenden: dann, du Wehrlose, beb ich vor dir…

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Interpretation

Das Gedicht "Mannesbangen" von Richard Dehmel beschäftigt sich mit den Ängsten und Unsicherheiten, die ein Mann in einer intimen Situation empfinden kann. Der Sprecher versucht, seine Furcht vor der Frau zu verbergen, indem er betont, dass er keine Angst vor ihr hat. Doch in bestimmten Momenten, wie wenn sie mit ihren Augen Glück sucht oder mit zuckenden Händen durch sein Haar fährt, überkommt ihn eine tiefe Angst. Die Verwendung von Metaphern wie "wie mit Dolchen" verdeutlicht die Intensität der Situation und die Verletzlichkeit des Sprechers. Die zuckenden Hände der Frau werden mit Dolchen verglichen, was auf eine potenziell schmerzhafte oder bedrohliche Berührung hindeutet. Der Kopf des Sprechers, der an den Lenden der Frau ruht, verstärkt das Gefühl der Intimität und Verletzlichkeit. Der letzte Satz "dann, du Wehrlose, beb ich vor dir..." zeigt die Ironie der Situation. Obwohl die Frau als "wehrlos" bezeichnet wird, ist es der Mann, der vor ihr zittert. Dies deutet darauf hin, dass die Machtverhältnisse in dieser Situation komplexer sind, als es auf den ersten Blick scheint. Der Mann fühlt sich von der Frau angezogen und gleichzeitig eingeschüchtert, was zu einer paradoxen Reaktion führt. Das Gedicht vermittelt somit die Ambivalenz und die emotionale Komplexität, die in intimen Begegnungen zwischen Mann und Frau entstehen können.

Schlüsselwörter

mußt hätte furcht scheuen augen glück begehrst solchen

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Stilmittel

Bildsprache
mein Kopf liegt an deinen Lenden
Gegensatz
du Wehrlose
Metapher
mit solchen zuckenden Händen wie mit Dolchen
Personifikation
scheuen Augen Glück begehrst