Mannes-Bildnüß
1605Ein iedes Ding der Welt hebt an, geht fort, nimmt zu; Es war schon eine Zeit, da ich nicht war, noch du. Glaub aber mir gewiß, wann dieses du wirst lesen, Ein Mann ist mir bekannt, der nie kein Kind gewesen.
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Interpretation
Das Gedicht "Mannes-Bildnüß" von Friedrich Freiherr von Logau beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit des menschlichen Lebens und der unausweichlichen Veränderung, der jeder Mensch unterworfen ist. Der erste Vers verdeutlicht, dass alles im Leben einen Anfang hat, sich weiterentwickelt und schließlich endet. Dieses Prinzip gilt auch für den Menschen, der einmal geboren wird, heranwächst und schließlich stirbt. Der zweite Vers unterstreicht diese Vergänglichkeit, indem er betont, dass sowohl der Sprecher als auch der Adressat des Gedichts zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht existierten. Der dritte und vierte Vers führen eine überraschende Wendung ein. Der Sprecher versichert dem Leser, dass es einen Mann gibt, der niemals ein Kind gewesen ist. Dies ist natürlich eine metaphorische Aussage, die darauf hindeutet, dass dieser Mann in seinem Verhalten und Denken immer erwachsen war und niemals die Unschuld und Naivität eines Kindes besaß. Dies könnte als Kritik an der Gesellschaft oder an bestimmten Personen interpretiert werden, die ihre kindliche Seite verloren haben und sich stets ernst und erwachsen verhalten. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine nachdenkliche Botschaft über die Vergänglichkeit des Lebens und die verschiedenen Stadien, die ein Mensch durchläuft. Es regt den Leser dazu an, über die eigene Vergänglichkeit nachzudenken und die verschiedenen Phasen des Lebens zu reflektieren. Gleichzeitig wirft es die Frage auf, ob es wünschenswert ist, seine kindliche Seite zu bewahren oder ob es notwendig ist, sich stets erwachsen und ernst zu verhalten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ein iedes Ding der Welt hebt an, geht fort, nimmt zu
- Antithese
- Es war schon eine Zeit, da ich nicht war, noch du
- Ironie
- Glaub aber mir gewiß, wann dieses du wirst lesen, Ein Mann ist mir bekannt, der nie kein Kind gewesen