Mangelhafte Schöpfung
1810Zwei Augen, Dich zu sehen, Zwei Ohren, Dich zu hören, Zwei Arme, Dich zu fassen, Und, ach, um Dich zu küssen, Nur einen Mund, o Holde! Das will mir gar nicht passen!
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Interpretation
Das Gedicht "Mangelhafte Schöpfung" von Adolf Glaßbrenner thematisiert die unzureichende körperliche Ausstattung des Menschen für die Liebe. Der lyrischer Ich beklagt sich darüber, dass er zwar zwei Augen zum Sehen, zwei Ohren zum Hören und zwei Arme zum Fassen hat, aber nur einen Mund zum Küssen. Dies erscheint ihm als ungerechte und unvollkommene Schöpfung. Die klare und einfache Sprache des Gedichts unterstreicht die emotionale Intensität des lyrischen Ichs. Die Wiederholung der Zahl "zwei" in den ersten drei Versen betont die Vielzahl der Sinne und Fähigkeiten, die der Mensch besitzt. Der Kontrast zur einzigen Mundöffnung im vierten Vers verstärkt den Eindruck der Unzulänglichkeit. Die letzte Zeile des Gedichts, "Das will mir gar nicht passen!", drückt die Frustration und den Unmut des lyrischen Ichs über die "mangelhafte Schöpfung" aus. Der Ausruf unterstreicht die emotionale Intensität des Gedichts und lässt den Leser die tiefe Sehnsucht des lyrischen Ichs nach der Geliebten spüren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Zwei Augen, Zwei Ohren, Zwei Arme
- Hyperbel
- Und, ach, um Dich zu küssen, Nur einen Mund, o Holde!
- Klimax
- Zwei Augen, Dich zu sehen, Zwei Ohren, Dich zu hören, Zwei Arme, Dich zu fassen
- Rhetorische Frage
- Das will mir gar nicht passen!