Manche Nacht
1920Wenn die Felder sich verdunkeln, fühl ich, wird mein Auge heller; schon versucht ein Stern zu funkeln, und die Grillen wispern schneller.
Jeder Laut wird bilderreicher, das Gewohnte sonderbarer, hinterm Wald der Himmel bleicher, jeder Wipfel hebt sich klarer.
Und du merkst es nicht im Schreiten, wie das Licht verhundertfältigt sich entringt den Dunkelheiten. Plötzlich stehst du überwältigt.
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Interpretation
Das Gedicht "Manche Nacht" von Richard Dehmel beschreibt die Verwandlung der Natur bei einsetzender Dunkelheit. Der Sprecher fühlt, wie sein Auge heller wird, wenn die Felder sich verdunkeln, und ein Stern beginnt zu funkeln. Die Grillen flüstern schneller, und jeder Laut wird bilderreicher und das Gewohnte sonderbarer. Der Himmel hinter dem Wald wird bleicher, und jeder Wipfel hebt sich klarer ab. Der Sprecher beschreibt, wie sich das Licht in der Dunkelheit verhundertfacht und sich den Dunkelheiten entringt. Die Natur wird in dieser Nacht zu einem faszinierenden Schauspiel, das den Sprecher überwältigt. Doch die angesprochene Person, die im Schreiten ist, bemerkt diese Veränderungen nicht. Sie bleibt unberührt von der Schönheit und dem Zauber der Nacht. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Einsamkeit und der Sehnsucht nach einem geteilten Erlebnis. Der Sprecher scheint die Veränderungen in der Natur intensiv zu erleben und zu genießen, während die angesprochene Person davon unberührt bleibt. Es entsteht der Eindruck, dass der Sprecher sich wünscht, diese besondere Nacht mit der anderen Person zu teilen und ihre Aufmerksamkeit auf die Schönheit der Natur zu lenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Grillen wispern schneller
- Bildlichkeit
- jeder Wipfel hebt sich klarer
- Enjambement
- und du merkst es nicht im Schreiten, wie das Licht verhundertfältigt
- Hyperbel
- sich entringt den Dunkelheiten
- Kontrast
- Himmel bleicher
- Metapher
- wird mein Auge heller
- Personifikation
- versucht ein Stern zu funkeln
- Vergleich
- jeder Laut wird bilderreicher