Man soll in keiner Stadt...

Klabund

1914

Man soll in keiner Stadt länger bleiben als ein halbes Jahr. Wenn man weiß, wie sie wurde und war, Wenn man die Männer hat weinen sehen Und die Frauen lachen, Soll man von dannen gehen, Neue Städte zu bewachen.

Läßt man Freunde und Geliebte zurück, Wandert die Stadt mit einem als ein ewiges Glück. Meine Lippen singen zuweilen Lieder, die ich in ihr gelernt, Meine Sohlen eilen Unter einem Himmel, der auch sie besternt.

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Interpretation

Das Gedicht "Man soll in keiner Stadt..." von Klabund handelt von der flüchtigen Natur menschlicher Beziehungen und der Erfahrungen, die man in verschiedenen Städten sammelt. Der Sprecher rät dazu, nicht länger als ein halbes Jahr in einer Stadt zu bleiben, um die Magie und das Geheimnis, das eine Stadt umgibt, nicht zu verlieren. Er beschreibt, wie man die Menschen und ihre Emotionen beobachtet und dann weiterzieht, um neue Städte zu erkunden. Die zweite Strophe reflektiert über die bleibenden Eindrücke, die eine Stadt hinterlässt, auch wenn man sie verlässt. Der Sprecher erwähnt, dass man Freunde und Geliebte zurücklässt, aber die Stadt selbst bleibt als ein ewiges Glück in Erinnerung. Die Erinnerungen an die Lieder und die Atmosphäre der Stadt bleiben in den Sinnen des Sprechers haften und begleiten ihn auf seinen weiteren Reisen. Die letzte Strophe verdeutlicht die tiefe Verbundenheit des Sprechers mit den Städten, die er besucht hat. Die Erinnerungen an die Lieder, die er in der Stadt gelernt hat, werden zu einem Teil seiner eigenen Identität und begleiten ihn auf seinen Wegen. Die Stadt wird zu einem Teil seiner selbst, und selbst unter einem anderen Himmel fühlt er sich mit ihr verbunden. Das Gedicht vermittelt eine Sehnsucht nach Abenteuer und Veränderung, aber auch eine tiefe Wertschätzung für die Erinnerungen und Erfahrungen, die man in verschiedenen Städten sammelt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Läßt man Freunde und Geliebte zurück, Wandert die Stadt mit einem als ein ewiges Glück
Parallelismus
Wenn man die Männer hat weinen sehen und die Frauen lachen
Personifikation
Meine Sohlen eilen unter einem Himmel, der auch sie besternt