Man setzt uns auf die Schwelle

Joseph von Eichendorff

1841

Man setzt uns auf die Schwelle, Wir wissen nicht, woher? Da glüht der Morgen helle, Hinaus verlangt uns sehr. Der Erde Klang und Bilder, Tiefblaue Frühlingslust, Verlockend wild und wilder, Bewegen da die Brust. Bald wird es rings so schwüle, Die Welt eratmet kaum, Berg′, Schloß und Wälder kühle Stehn lautlos wie im Traum, Und ein geheimes Grausen Beschleichet unsern Sinn: Wir sehnen uns nach Hause Und wissen nicht, wohin?

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Interpretation

Das Gedicht "Man setzt uns auf die Schwelle" von Joseph von Eichendorff handelt von der menschlichen Existenz und dem Streben nach Heimat und Geborgenheit. Es beschreibt die Sehnsucht nach einem Ort, an dem man sich zugehörig fühlt, ohne genau zu wissen, wo dieser Ort sein könnte. Die ersten Strophen zeigen den Beginn des Lebens als Aufbruch in eine ungewisse Zukunft. Die Menschen werden auf die Schwelle gesetzt, ohne zu wissen, woher sie kommen. Die Welt erscheint ihnen faszinierend und verlockend, voller Schönheit und Vielfalt. Die Natur wird als tiefblaue Frühlingslust beschrieben, die die Herzen der Menschen bewegt. Doch bald überkommt die Menschen eine Schwüle und ein geheimes Grausen. Die Welt wird lautlos und traumhaft, und die Sehnsucht nach Heimat wird stärker. Die Menschen sehnen sich danach, an einen Ort zurückzukehren, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen, aber sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Melancholie und das Gefühl der Verlorenheit in einer unbekannten Welt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Verlockend wild und wilder
Anapher
Man setzt uns auf die Schwelle, Wir wissen nicht, woher?
Hyperbel
Wir sehnen uns nach Hause Und wissen nicht, wohin?
Metapher
Der Erde Klang und Bilder
Personifikation
Die Welt eratmet kaum