Majestas populi
1759Majestät der Menschennatur! dich soll ich beim Haufen Suchen? Bei Wenigen nur hast du von jeher gewohnt. Einzelne Wenige zählen, die Übrigen alle sind blinde Nieten; ihr leeres Gewühl hüllet die Treffer nur ein.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Majestas populi" von Friedrich von Schiller beschreibt die Seltenheit wahrer Größe und Majestät in der menschlichen Natur. Der Sprecher fragt sich, ob er diese Majestät im Volk, im "Haufen", finden soll, und kommt zu dem Schluss, dass sie nur bei wenigen Einzelnen zu finden ist. Die Mehrheit der Menschen wird als "blinde Nieten" bezeichnet, was darauf hindeutet, dass sie bedeutungslos und ohne wahre Größe sind. Das "leere Gewühl" der Massen umhüllt nur die wenigen "Treffer", die wahren Ausnahmen von der Regel. Das Gedicht kritisiert die Vorstellung, dass wahre Majestät und Größe in der Masse zu finden seien. Stattdessen betont es die Bedeutung der Ausnahme, der wenigen Individuen, die sich von der Masse abheben und wahre Größe verkörpern. Die Verwendung des Wortes "Majestät" unterstreicht die erhabene und würdevolle Natur dieser wenigen Ausnahmen. Die Sprache des Gedichts ist prägnant und pointiert, mit einer klaren Struktur und einem starken Rhythmus. Die Verwendung von Alliterationen, wie "Majestät der Menschennatur" und "blinde Nieten", verstärkt die Wirkung des Gedichts und macht es einprägsam. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine pessimistische Sicht auf die menschliche Natur und betont die Seltenheit wahrer Größe und Majestät.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Bei Wenigen nur hast du von jeher gewohnt
- Metapher
- Treffer
- Personifikation
- Majestät der Menschennatur