Maifeierlied
unknownEs war wohl einst am ersten Mai, viel Kinder tanzten in Einer Reih, arme mit reichen, und hatten die gleichen vielen Stunden zur Freude frei.
Es ist auch heute erster Mai, viel Männer schreiten in Einer Reih, dumpf schallt ihr Marschgestampf, heut hat man ohne Kampf keine Stunde zur Freude frei.
Doch kommt wohl einst ein erster Mai, da tritt alles Volk in Eine Reih, mit Einem Schlage hat′s alle Tage ein paar Stunden zur Freude frei.
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Interpretation
Das Gedicht "Maifeierlied" von Richard Dehmel beschreibt die Entwicklung des Ersten Mais von einer fröhlichen Kinderfeier zu einer politischen Demonstration und schließlich zu einer utopischen Vision von Freiheit und Freude für alle. Im ersten Abschnitt erinnert das Gedicht an eine vergangene Zeit, in der der Erste Mai ein Tag des fröhlichen Tanzes für Kinder war. Arm und Reich tanzten Seite an Seite, und alle hatten freie Stunden, um sich zu erfreuen. Dies deutet auf eine harmonische und unbeschwerte Atmosphäre hin, in der soziale Unterschiede keine Rolle spielten. Der zweite Abschnitt kontrastiert die heutige Situation mit der Vergangenheit. Anstelle der tanzenden Kinder schreiten nun Männer in einer Reihe, begleitet von dumpfem Marschgestampf. Der Tonfall ist ernster und deutet auf eine politische Demonstration hin. Die Zeile "heut hat man ohne Kampf keine Stunde zur Freude frei" impliziert, dass man heute kämpfen muss, um auch nur eine kurze Zeit der Freude zu erleben. Im letzten Abschnitt zeichnet das Gedicht eine utopische Vision für die Zukunft. An einem zukünftigen Ersten Mai wird das gesamte Volk in einer Reihe stehen, und es wird einen "Schlage" geben, der allen Menschen jeden Tag ein paar Stunden der Freude ermöglicht. Dies deutet auf eine Gesellschaft hin, in der Gleichheit und Freiheit herrschen und in der jeder Mensch das Recht auf Freude und Glück hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Es war wohl einst am ersten Mai, viel Kinder tanzten in Einer Reih, arme mit reichen, und hatten die gleichen vielen Stunden zur Freude frei. Es ist auch heute erster Mai, viel Männer schreiten in Einer Reih, dumpf schallt ihr Marschgestampf, heut hat man ohne Kampf keine Stunde zur Freude frei. Doch kommt wohl einst ein erster Mai, da tritt alles Volk in Eine Reih, mit Einem Schlage hats alle Tage ein paar Stunden zur Freude frei.
- Kontrast
- Es war wohl einst am ersten Mai, viel Kinder tanzten in Einer Reih, arme mit reichen, und hatten die gleichen vielen Stunden zur Freude frei. Es ist auch heute erster Mai, viel Männer schreiten in Einer Reih, dumpf schallt ihr Marschgestampf, heut hat man ohne Kampf keine Stunde zur Freude frei.
- Metapher
- dumpf schallt ihr Marschgestampf
- Parallelismus
- arme mit reichen, und hatten die gleichen vielen Stunden zur Freude frei. dumpf schallt ihr Marschgestampf, heut hat man ohne Kampf keine Stunde zur Freude frei. mit Einem Schlage hats alle Tage ein paar Stunden zur Freude frei.
- Symbolik
- erster Mai